Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Besucher dieser Website,

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Besucher dieser Website,

seien Sie herzlich willkommen auf der Internetpräsenz der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern!

Wir haben diese Seiten eingerichtet, um Sie über Neuigkeiten und aktuelle Entwicklungen meines Hauses zu informieren – nicht zuletzt rund um die Burg Hohenzollern bei Hechingen, die sich mit Unterbrechungen seit rund tausend Jahren in Familienbesitz befindet. Darüber hinaus möchten wir Sie gerne mit meinen historisch bedeutenden Vorfahren bekanntmachen. Sie waren ab 1415 brandenburgische Kurfürsten, ab 1701 preußische Könige und ab 1871 Deutsche Kaiser. Mein Ururgroßvater, der König von Preußen und Deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859–1941), hat von 1888 bis 1918 regiert.

Wie andere Familien zeichnet sich auch das Haus Hohenzollern dadurch aus, dass es aus der Vergangenheit kommend in die Zukunft geht. Eine familiäre Erinnerung, die besonders weit zurückreicht, macht auch besonders anschaulich, dass es ohne Herkunft keine Zukunft gibt. Jeder von uns wurzelt mit seinen Ahnen in unvordenklichen Zeiten. Ein vormals regierendes Königshaus hat darüber hinaus das Glück, dass seine Vergangenheit recht umfassend dokumentiert ist. Daran möchten wir Sie gern teilhaben lassen.

Auf dieser Homepage finden Sie zum Beispiel täglich ein Kalenderblatt, das an ein bestimmtes Datum in der Geschichte der Hohenzollern erinnert. Hinzu kommen Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Sie finden hier aktuelle Informationen zu unserem Museumsbetrieb, unseren Ausstellungsaktivitäten, Gastronomiebetrieben, Ausflugszielen und nicht zuletzt zu unserem sozialen Engagement im Rahmen der Prinzessin Kira von Preußen Stiftung. Unser Stammsitz, die Burg Hohenzollern, wird ab sofort in den kommenden zehn Jahren aufwendig saniert. Als eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Deutschlands und besonders lebendiges Zeugnis deutscher Geschichte bleibt sie auch in dieser Zeit öffentlich zugänglich. Über Ihren Besuch auf der Burg Hohenzollern würden wir uns sehr freuen.

Ich hoffe, dass diese Homepage Ihr Interesse für mein Haus wecken und vertiefen wird. Schreiben Sie uns gern, falls Sie Fragen oder Anregungen haben.

Mit allen guten Wünschen
Georg Friedrich Prinz von Preußen

Neuigkeiten

Aktuelle Ereignisse um das Haus Hohenzollern

Häufig gestellte Fragen

Erläuterungen zu den aktuellen Diskussionen

Die Hohenzollern sind eine der bedeutendsten Dynastien des ehemaligen deutschen Hochadels und wurden bereits im Jahre 1061 erstmals erwähnt. Ihre Stammburg ist die Burg Hohenzollern im Zollernalbkreis (Baden-Württemberg). Die Hohenzollern teilen sich u.a. in die brandenburgisch-preußische Linie und in die schwäbische Linie (schwäbische Hohenzollern). Als Kurfürsten von Brandenburg (ab 1415), Preußische Könige (ab 1701) und Deutsche Kaiser (ab 1871) trugen sie 500 Jahre lang große politische Verantwortung in Norddeutschland und für Deutschland. Der heutige Chef des Hauses Hohenzollern (brandenburgisch-preußische Linie) ist Ururenkel des letzten Königs von Preußen und Deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859–1941). Wilhelms Regierung endete nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 mit seiner Abdankung.

Die aktuelle Fragestellung führt in die Zeit unmittelbar nach 1945, denn es geht um einen Sachverhalt, der in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) entstanden ist. Die Sowjetische Besatzungsmacht hat damals in ihrem Herrschaftsgebiet hunderttausende Menschen entschädigungslos enteignet. Weitere Enteignungen erfolgten durch die DDR. Das galt auch für die Familie Hohenzollern, die in dieser Zeit einen Großteil ihres Privatvermögens verloren hat. Heute stehen staatliche Stellen und die Betroffenen bzw. ihre Erben vor der Aufgabe, die Folgen der Enteignungsaktionen zu klären.
Dazu wurden während und nach der Wiedervereinigung Deutschlands rechtliche Regelungen getroffen. Sie stehen im Vermögensgesetz von 1990 (VermG) und im Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 (EALG). Das Gesetz unterscheidet zwischen unbeweglichen Gütern wie Immobilien und beweglichem Eigentum, worunter auch Kunstgegenstände fallen.
Nach der Wiedervereinigung haben viele tausend Anspruchsteller vergleichbare Rechte geltend gemacht, darunter auch die Hohenzollern. In den 1990er Jahren hat Prinz Louis Ferdinand sen. einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Verfahren ist nunmehr seit über 25 Jahren anhängig.

Bei Immobilien bzw. Nutzflächen sieht das EALG bestimmte Ausgleichsleistungen nach einem speziellen Berechnungsschlüssel vor. Berechnungsgrundlage für die ggf. zu leistende Entschädigung ist demnach nicht der heutige Verkehrswert der enteigneten Immobilie; vielmehr wird von amtlicher Seite der Einheitswert von 1935 zugrunde gelegt. Im Falle der enteigneten Immobilien des Hauses Hohenzollern liegt dieser Einheitswert im Land Brandenburg bei etwa 42 Mio. DM. Auf Grund der gesetzlichen Regelung geht es aber weder um einen Ausgleich in Höhe des Einheitswertes noch um den Verkehrswert, der den Einheitswert um ein Vielfaches übersteigen würde. Aus dem Gesetz ergibt sich ein rechnerischer Anspruch auf Ausgleichsleistungen in Höhe von 1,2 Mio. €. Hierbei handelt es sich um einen von der zuständigen Behörde ermittelten Betrag. Darüber hinaus eröffnet das Gesetz für die Enteigneten die Möglichkeit, land- und forstwirtschaftliche Flächen zurückzuerwerben. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Flächen nicht bereits von staatlicher Seite veräußert worden sind.

Das Gesetz von 1994 sieht außerdem die Rückgabe von beweglichen Gütern (Mobilien) vor, sofern sie sich in den entsprechenden Häusern befunden haben. Für alle betroffenen Mobilien besteht grundsätzlich ein Rückgabeanspruch.

Die Familie hat allerdings wiederholt öffentlich deutlich gemacht, dass es ihr im Rahmen einer umfassenden gütlichen Einigung nicht darum geht, solche Ansprüche umfänglich durchzusetzen. Das Haus Hohenzollern möchte im Einvernehmen mit den beteiligten Institutionen und staatlichen Stellen in verbindlicher Form sicherstellen, wie mit den betroffenen Mobilien, etwa unter konservatorischen Aspekten, umgegangen wird, und wo sie letztlich verbleiben sollen. Dabei sind die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.

Richtig ist, dass es nach Abschaffung der Monarchie und der Begründung der Weimarer Republik eine Diskussion darüber gegeben hat, wie mit dem Vermögen der Hohenzollern umgegangen werden soll. Zunächst wurde das gesamte Vermögen der Familie beschlagnahmt. Erst im Jahre 1926 kam es zu einer Einigung zwischen dem Staat Preußen und dem Haus Hohenzollern, mit dem Ergebnis einer eindeutigen Aufteilung in staatliches Vermögen und Privateigentum der Familie. Im Rahmen eines Vertrages - in Gesetzesform durch den preußischen Landtag bestätigt - wurde genau geregelt, welche Vermögensteile als staatliches Vermögen und welche als Privateigentum der Familie anzusehen sind. In der Folge wurden die als Privateigentum identifizierten Vermögensteile aus der Beschlagnahmung herausgegeben. Alles andere verblieb beim Preußischen Staat.

Der überwiegende Teil dessen, was der Familie 1926 als Privateigentum zugesprochen wurde, lag auf dem Gebiet Deutschlands, das 1945 zur Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde. Von den in der SBZ durchgeführten entschädigungslosen Enteignungen waren in der Folge tausende Familien betroffen, darunter auch die Hohenzollern. Die Hohenzollern haben dadurch den weitaus größten Teil ihres Privateigentums verloren. Die Familie will nicht ein zweites Mal entschädigt werden, wie öffentlich behauptet wurde. Sie hat lediglich, wie viele andere auch, einen Antrag auf Rückübertragung verlorener Vermögenswerte gestellt. Das geschah auf Grundlage der rechtlichen Rahmenbedingungen, die der Gesetzgeber nach der Wiedervereinigung geschaffen hat.

Grundsätzlich ist die Rückgabe von Immobilien durch das Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 (EALG) geregelt. Die Möglichkeiten sind sehr restriktiv.
Soweit sich diese Frage auf ein Wohnrecht der Familie in Liegenschaften bezieht, die ihr früher gehörten, ist festzuhalten, dass der Auseinandersetzungsvertrag von 1926 ein auf drei Generationen begrenztes Wohnrecht auf Schloss Cecilienhof vorsah. Unabhängig davon ist nach der Wiedervereinigung aus der Landesregierung Brandenburg in den 90er Jahren ein Vorschlag gekommen, der in diese Richtung zielt. Sowohl von der Regierung in Potsdam als auch von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin/Brandenburg hat es konkrete Angebote gegeben, im Rahmen einer Vergleichslösung Liegenschaften an die Familie (zurück) zu übertragen. Bereits zu DDR-Zeiten hatte es entsprechende konkrete Überlegungen gegeben, der Familie ein Wohnrecht auf Schloss Cecilienhof anzubieten. Die Frage des Wohnrechts ist also keine „Erfindung“ der Familie.

Prinz Georg Friedrich hat in diesem Zusammenhang aber seit Juli dieses Jahrs wiederholt öffentlich festgestellt, dass eine umfassende gütliche Einigung an der Frage des Wohnrechts nicht scheitern werde.

Die entsprechenden Eigentumsfragen sind seit Jahrzehnten ungeklärt. Daraus ergibt sich, dass zunächst Rechtssicherheit geschaffen werden muss. Aber auch danach besteht für die Museen keine „Gefahr“. Prinz Georg Friedrich hat mehrfach das kulturelle Verantwortungsbewusstsein seiner Familie betont und festgestellt, dass er die Bestände, vor allem, wenn sie öffentlich ausgestellt sind, an den bisherigen Orten belassen möchte. Insofern stellt sich auch nicht die Frage nach der Herausgabe berühmter Kunstwerke.

Manche Medien schrieben: Diese Forderungen haben zur Folge, dass mindestens zwei Museen geschlossen werden müssen. Diese Behauptung entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Vielmehr ist die Familie Hohenzollern seit langem einer der größten Leihgeber bedeutender Brandenburger und Berliner Museen und wünscht sich, dass dies so bleibt.

Es geht der Familie Hohenzollern um eine umfassende gütliche Einigung. Diese würde Rechts- und Planungssicherheit für alle gewährleisten und die Grundlage für eine dauerhafte und fruchtbare Kooperation bieten. Eine solche Einigung ist daher auch das Ziel von Prinz Georg Friedrich. Aus seiner Sicht soll dadurch unter anderem sichergestellt werden, dass bedeutende Stücke der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.
Es ist in diesem Zusammenhang festzustellen: Es war und ist die staatliche Seite, die sich für die Idee eines Hohenzollernmuseums einsetzt. Sie hat dabei frühere Vorstellungen der Einrichtungen weiterentwickelt. Erst danach ist das Projekt an die Familie herangetragen worden, die es aufgegriffen und seitdem unterstützt hat.
In diesem Museum könnten Stücke, die für die Öffentlichkeit besondere Relevanz haben, in einer Dauerausstellung präsentiert werden. Sowohl die beteiligten Institutionen als auch die Familie könnten dafür Leihgaben zur Verfügung stellen. Es liegt auf der Hand, dass ein solches, auf Langfristigkeit angelegtes Projekt nur sinnvoll ist, wenn sich die Beteiligten zu einer Ausstellung auf Dauer verpflichten würden. Dazu ist die Familie bereit.

Die Familie Hohenzollern ist seit vielen hundert Jahren in besonderer Weise mit der Geschichte Preußens und Deutschlands verbunden. Die wissenschaftliche Literatur dazu dürfte ganze Bibliotheken füllen, und es ist ganz selbstverständlich, dass diese Geschichte Gegenstand der Diskussion innerhalb der Familie ist. Diese Diskussion wird der Natur der Sache entsprechend durchaus selbstkritisch und mitunter kontrovers geführt. Dr. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen hat sich bereits vor mehr als vierzig Jahren mit dem Wirken einzelner Familienmitglieder und ihrer Rolle während der Weimarer Republik und im sogenannten Dritten Reich auseinandersetzt. Das Buch ist zuletzt 2003 in überarbeiteter und erweiterter Form neu erschienen. Bisher gibt es keine vergleichbar umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema. Prinz Louis Ferdinand sen. hatte bereits früher das Erscheinen einer Biografie von Klaus W. Jonas über den Kronprinzen gefördert. Diese Arbeit, die die Persönlichkeit des ältesten Kaisersohnes kritisch beleuchtet, ist die bisher umfassendste Biografie des Kronprinzen geblieben.

Das derzeitige Verfahren hat erneut zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema geführt. Es sind vier Gutachten vorgelegt worden, die teilweise sehr unterschiedliche Aussagen treffen über die geschichtliche Rolle und Bedeutung des Kronprinzen sowie über die Motivation und die Auswirkungen seines Handelns. Zwei Gutachten gab der damalige brandenburgische Finanzminister Görke (Die Linke) in Auftrag. Sie kommen auf der Basis schon bekannter Quellen, die zum Teil bereits vor Jahren in der oben genannten Publikation veröffentlicht wurden, zu dem Schluss, der Kronprinz habe der Errichtung des nationalsozialistischen Regimes „erheblichen Vorschub“ geleistet. Folgt man der Argumentation dieser Gutachter, wäre ein Entschädigungsanspruch ausgeschlossen.

Im Gegensatz dazu stehen zwei Gutachten, die von der Familie in Auftrag gegeben wurden. Auch auf der Grundlage neuer und bisher nicht berücksichtigter Quellen und Erkenntnisse kommen sie zu dem Ergebnis, dass angesichts der bestehenden Faktenlage ein ''erhebliches Vorschubleisten'' nicht gegeben sei. Das würde den Entschädigungsanspruch bestätigen.

Die Familie bekennt sich zum offenen Umgang mit seiner Geschichte, und das schließt die kritische Auseinandersetzung damit ein. Folgerichtig stand auch den vom Land Brandenburg beauftragten Parteigutachtern der Zugang zu ihrem Hausarchiv offen, das sich auf der Burg Hohenzollern befindet.
Die Familie bekennt sich ebenso zu einer unvoreingenommenen Auseinandersetzung mit den historischen Themen und es steht für sie außer Frage, dass sie sich einem rechtstaatlichen Verfahren anvertraut. Dem Ausgang dieses Verfahrens sieht die Familie zuversichtlich entgegen.

Die Tatsache, dass die Familie schon heute der größte private Leihgeber in den Museen in Brandenburg und Berlin ist, hat dazu geführt, dass es bereits in der Vergangenheit viele sehr erfolgreiche Projekte in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Kultureinrichtungen gegeben hat. Die Familie möchte diese Arbeit im Rahmen ihrer kulturellen Verantwortung gerne fortsetzen.

Die Familie hat in der Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte nicht zuletzt auch den Schluss gezogen, dass die Förderung des europäischen Gedankens zu den herausragenden Aufgaben der Gegenwart gehört. Sie sucht dem durch ihr Engagement in der Jugendarbeit, durch einschlägige Veranstaltungen, durch Ausstellungen bzw. Leihgaben an Einrichtungen in europäischen Nachbarländern und andere Projekte zu entsprechen.

Die Wirkung der preußischen Geschichte geht weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Projiziert man beispielsweise die Karte Preußens in seiner größten Ausdehnung auf das heutige Europa, stellt man fest, dass eine ganze Reihe europäischer Länder einen unmittelbaren Bezug zur preußischen Geschichte oder sogar eine preußische Vergangenheit haben. Durch die gezielte Förderung von Ausstellungsprojekten mit Leihgaben mit den europäischen Nachbarn möchte die Familie nicht zuletzt auch den europäischen Gedanken fördern. In diese Richtung zielt beispielsweise das geplante Hohenzollern-Netzwerk, das auch in Zusammenarbeit mit staatlichen Einrichtungen künftig europaweit erschlossen werden soll.

Die Familie hat sich in keinem Fall gegen eine kritische Berichterstattung als solche gewandt. Das wäre presserechtlich auch gar nicht möglich. Sie hat sich ausschließlich gegen Falschmeldungen zur Wehr gesetzt. Gerade in der lebhaften und kontroversen Diskussion ist es wichtig, dass alle Beteiligten von einer zutreffenden Informationsgrundlage ausgehen und sich auf dieser Grundlage ihre Meinung bilden können. Die zahlreichen und deutschlandweiten gerichtlichen Entscheidungen zeigen, dass die Familie daher mit dem Vorgehen gegen Falschmeldungen einen Beitrag für die Öffentlichkeit geleistet hat.

Es ist völlig unzutreffend, von „Geheimverhandlungen“ zu sprechen. Bereits vor Jahren wurde in den Medien berichtet, dass es Gespräche zwischen den Beteiligten gibt. Zum anderen greifen normale Vertraulichkeitsvorschriften, die ihren Ursprung in Gesetzen haben, nämlich insbesondere § 30 VwVfG und § 5 VwVfG. Demnach hat jeder Bürger grundsätzlich einen Anspruch auf Vertraulichkeit in einem Verwaltungsverfahren. Dass es sich nicht um „Geheimverhandlungen“ handeln kann wird auch an dem Umstand deutlich, dass jegliche Verhandlungsergebnisse am Ende durch die Länderparlamente genehmigt werden müssen.

Restitutionsansprüche und der Ablauf der Ereignisse

Abdankung

9. November 1918

Mit dem Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. und seinem Gang ins niederländische Exil endet die Monarchie in Deutschland. Sämtliches Eigentum des ehemaligen Kaiser- und Königshauses wird durch die Regierung der Weimarer Republik noch im November beschlagnahmt.

Auseinandersetzungsvertrag

12. Oktober 1925

Das Land Preußen und der Generalbevollmächtigte des Hauses Hohenzollern, Friedrich von Berg, unterzeichnen einen Vertrag, in dem abschließend geklärt wird, was dem Haus Hohenzollern als Privatvermögen zusteht und welche Gegenstände (Immobilien und bewegliche Gegenstände) dem Staat zufallen. Dieser Vertrag wird schließlich durch den Preußischen Landtag angenommen und als Gesetz beschlossen.

Volksgesetzgebung

1. Februar 1939

Das NS-Regime verschafft sich per Gesetz die Möglichkeit, in bereits vor 1933 abgeschlossene Auseinandersetzungsverträge einzugreifen.

Enteignung

8. Mai 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in der SBZ eine sog. Bodenreform durchgeführt. Es werden fast 3,3 Millionen Hektar land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche sowie 750.000 Fabriken, Wirtschafts- und Wohngebäude samt lebendem und totem Inventar enteignet. Das gilt auch für das gesamte Eigentum der Familie Hohenzollern in der SBZ.

Mauerfall

9. November 1989

Mit dem Fall der Mauer gab es für viele Familien die Hoffnung, enteigneten Besitz zurückzubekommen.

Wiedervereinigung

3. Oktober 1990

Wie viele tausend andere Betroffene stellt nach der Wiedervereinigung auch Prinz Louis Ferdinand sen. Antrag auf Rückübertragung von enteigneten Grundstücken und sonstigen Vermögenswerten. Aufgrund der unklaren Gesetzeslage scheiterte der Antrag auf Rückübertragung zunächst, bis 1994 eine klare gesetzliche Reglung getroffen wurde.

Generationswechsel

25. September 1994

Prinz Louis Ferdinand sen. stirbt im 86. Lebensjahr. Nachfolger als Chef des Hauses Hohenzollern wird dessen Enkel Georg Friedrich Prinz von Preußen. Der Generationssprung ist bedingt durch den frühen Tod seines Vaters, Prinz Louis Ferdinand jun., der in Folge eines Bundeswehrunfalls im Alter von 33 Jahren ums Leben kam.

EALG

27. September 1994

Das Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz wird verabschiedet.

Ergebnis

1. Januar 2010

Die zuständigen Ämter zur Regelung offener Vermögensfragen in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt kommen nach über 20-jähriger Prüfung zu dem Schluss, dass Kronprinz Wilhelm würdig im Sinne des EALG sei und den öffentlich-rechtlichen Ansprüchen der Familie Hohenzollern stattgegeben werden muss. In der Begründung wird auch auf ein Gutachten von Professor Christopher Clark Bezug genommen.

Kanzleramt

26. Februar 2014

Mit dem Ziel einer umfassenden gütlichen Einigung kommt es auf Einladung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zu einem ersten Zusammentreffen. Auf Vorschlag der öffentlichen Hand wird Vertraulichkeit vereinbart.

Kehrtwende

20. März 2014

Das Brandenburgische Finanzministerium unter Christian Görke (Die Linke) zieht das Verfahren an sich und erklärt die Entscheidung der drei Ämter zur Regelung offener Vermögensfragen für nichtig. Parallel dazu gelangen aus unbekannter Quelle vertrauliche Dokumente aus dem Verwaltungsverfahren im Vorfeld der Landtagswahlen an die Presse. Das Haus Hohenzollern stellt in der Folge Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Gutachter

1. Juni 2014

Der brandenburgische Finanzminister Christian Görke (Die Linke) gibt zwei Gutachten in Auftrag. Auftragnehmer sind die Historiker Dr. Stefan Malinowski (University of Edinburgh) und Professor Peter Brandt (Fernuniversität Hagen). Das Haus Hohenzollern gibt den Wissenschaftlern die Gelegenheit, das Hausarchiv auf der Burg Hohenzollern zu nutzen. Davon wird kein Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse der behördlichen Gutachten werden auch an die Presse weitergegeben. Außerdem veröffentlicht Gutachter Malinowski Ergebnisse aus beiden Gutachten im laufenden Verfahren vorab in der Zeitung „Die ZEIT“. Zusätzlich zu Professor Clark (Universität Cambridge) beauftragt Prinz Georg Friedrich mit Professor Wolfram Pyta (Universität Stuttgart, Forschungsstelle Ludwigsburg zur NS-Forschung) einen ausgewiesenen Kenner der Weimarer Republik. Er soll die Rolle des Kronprinzen in der Weimarer Republik und während des NS-Regimes untersuchen.

Ablehnung

27. Oktober 2015

Unabhängig von den stattfindenden Sondierungsgesprächen wird der Antrag der Familie auf Restitution durch das brandenburgische Finanzministerium abgelehnt.

Klage

27. November 2015

Das Haus Hohenzollern reicht Klage vor dem Verwaltungsgericht Potsdam gegen den ablehnenden Bescheid des brandenburgischen Finanzministers ein.

Verfahrenspause

30. Januar 2018

Das Haus Hohenzollern und die Öffentliche Hand einigen sich darauf, dass beim Potsdamer Verwaltungsgericht anhängige Verfahren auszusetzen, um das Ziel einer umfassenden gütlichen Einigung zu ermöglichen.

Erfassung

12. Juni 2018

Die Öffentliche Hand, die Kultureinrichtungen und das Haus Hohenzollern verständigen sich auf eine gemeinsame Bestandsaufnahme der 15.000 in Frage kommenden Objekte, um sie in einer Datenbank zu erfassen.

Weitergabe

1. Juli 2019

Erneut werden Dokumente aus den Verhandlungen an die Öffentlichkeit gegeben.

Anhörung

29. Januar 2020

Die Verhandlungen des Bundes und der Länder mit dem Haus Hohenzollern werden Gegenstand einer Anhörung im Kulturausschuss des Bundestages.

Stellungnahmen

Die Diskussionen um das Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsverfahren des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand sowie dessen Gespräche mit der öffentlichen Hand wurden von Beginn an von einem starken medialen Interesse begleitet. Die Berichterstattung zu dem seit mittlerweile über 25 Jahre währenden Verfahren war dabei stets sachlich und ausgewogen. Mit der selektiven Herausgabe von Dokumenten und deren Veröffentlichung im Juni dieses Jahres wurden vermehrt falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Sie wurden wiederholt die Grundlage der öffentlichen Diskussionen. Die Behauptung, die Familie habe „sich des Rechtsystems der BRD bedient, um gegen unliebsame Berichterstattung vorzugehen“ gehört ebenso dazu wie die Behauptung, die Familie würde versuchen „ihre eigene Geschichte umzudeuten“. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, mit zusätzlichen Informationen einer ausgewogeneren Diskussion zu dienen.

Erklärung zu Presseanfragen über den Umgang des Hauses Hohenzollern mit falschen Behauptungen (7. Juli 2020)

Ein Maulkorb für Journalisten und Historiker?

Aufgrund der anhaltenden Presseanfragen zum Umgang des Hauses Hohenzollern mit falschen Behauptungen soll an dieser Stelle – begleitend zur Erklärung vom 17. Juni diesen Jahres – noch einmal eingehend auf das Thema eingegangen werden: In den Veröffentlichungen über die Restitutionsansprüche von Georg Friedrich Prinz von Preußen kehren im Besonderen seit dem letzten Jahr dieselben falschen […]


Anfragen zu äußerungsrechtlichen Verfahren

Die Generalverwaltung des vormals regierenden Preußischen Königshauses erhält derzeit Anfragen zum äußerungsrechtlichen Vorgehen Georg Friedrichs Prinz von Preußen und seiner Familie. Im Rahmen der Berichterstattung insbesondere zum laufenden Restitutionsverfahren des Hauses Hohenzollern in Berlin und Brandenburg wurden im vergangenen Jahr öffentlich zahlreiche falsche Tatsachenbehauptungen erhoben. Diese Behauptungen führten zu einer ganzen Serie unrichtiger Berichte oder […]


Süddeutsche Zeitung vom 3. März 2020

Stellungnahme von Dr. Dr. Benjamin Hasselhorn

Am 3. März erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Gastbeitrag unter dem Titel „Wie eng Konservative und Rechtsradikale verstrickt sind“. Der Autor setzt sich mit Dr. Benjamin Hasselhorn , derzeit Akademischer Rat a. Z. am Lehrstuhl für Neueste Geschichte Universität Würzburg, auseinander. Der Wissenschaftler, der im Januar 2020 als Experte vom Kulturausschuss zu den Restitutionsansprüchen […]


Der SPIEGEL (Ausgabe 5/2020) u.a.

Verbindungen zur Sapt AG

Im Rahmen der öffentlichen Diskussion erreichten das Haus auch Anfragen bezüglich der Rolle der Familie bei Arisierungen im Dritten Reich. Zu diesen wurden folgende Informationen zusammengestellt. Aus Akten des Hausarchivs der Hohenzollern geht hervor, dass eine Beteiligungsgesellschaft des letzten Deutschen Kaisers zwischenzeitlich Anteile an einem ehemals jüdischen Unternehmen gehalten hat. Wilhelm II. war 1918 in […]


Schreiben an den Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. vom 21. Dezember 2019

Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Zu den öffentlich geäußerten Vorwürfen, das Haus Hohenzollern würde versuchen, wissenschaftliches Arbeiten zu verhindern, nimmt Rechtsanwalt Markus Hennig in einem Brief an den Verein „Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.“ wie folgt Stellung:   Berlin, den 21. Dezember 2019 Sehr geehrte Damen und Herren, durch eine Pressemeldung vom 14.12.2019 bin ich darauf aufmerksam geworden, der Verband […]


Agenturmeldungen vom 27. Dezember 2019

„Gekippte Stimmung“

In den vergangenen Tagen haben einige Medienberichte nahegelegt, die Gespräche des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand seien aufgrund von „verlorenem Vertrauen“ seitens der Verhandlungspartner ins Stocken geraten. Das stimmt nicht. Bereits das letzte gemeinsame Treffen des Hauses Hohenzollern mit Vertretern der Länder Berlin, Brandenburg sowie dem Bund am 24.Juli 2019 diente dem Zweck, Fehlinformationen […]


Samstag, 21. Dezember 2019, 19.20 Uhr Kultur-Doku von Janin Renner und Tita von Hardenberg

Wem gehören die Schätze des Kaisers?

Der Film von Janin Renner und Tita von Hardenberg über das Restitutionsverfahren und die Verhandlungen des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand ist die bisher umfassendste Dokumentation zu diesem Thema. Der Beitrag gibt ausführlich die verschiedenen Sichtweisen wieder, widmet sich aber auch den historischen Hintergründen. Zu Wort kommen unter anderen Wolfgang Thierse (Bundestagspräsident a.D.), Benjamin […]


Stellungnahme zur Diskussion über das Hohenzollern-Museum

„Deutungshoheit“

Eine besondere Welle der Kritik löste die Nachricht aus, Prinz Georg Friedrich von Preußen „verlange vom Staat“ ein „mit öffentlichen Mitteln finanziertes“ „Familienmuseum“. Darüber hinaus „verlange die Familie ein Mitspracherecht, um die eigene Geschichte umschreiben zu können“. Als Quelle wurde in den meisten Fällen das Vergleichsangebot der Familie an die Öffentliche Hand vom Frühjahr 2019 […]


Stellungnahme zur Diskussion über das Hausarchiv der Hohenzollern

Hausarchiv der Familie

Unter der Überschrift „Manipulation der Geschichte“ erschien am 30. Juli 2019 in der „Berliner Zeitung“ ein Interview mit der Historikerin Dr. Carina Urbach. Gleichlautend äußert sich die Wissenschaftlerin auch am 31. Juli im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Im Rahmen dieser Veröffentlichungen gab Frau Dr. Urbach grundlagenlos u.a. an, das Hausarchiv der Hohenzollern stünde angeblich […]


Stellungnahme zu einem Artikel in „Der Spiegel“ vom 7. Dezember 2019

Verkauf einer Büste

Im Magazin „Der Spiegel“ vom 7. Dezember 2019 erschien ein Artikel unter der Überschrift „Zwei Übel“. Der Autor dieses Artikels berichtet unter anderem „…der Prinz von Preußen hat schon einmal Gemälde und Skulpturen zurückgefordert, darunter eine Büste von Christian Daniel Rauch. Sie wurde dann in London versteigert.“ Diese Aussage ist falsch. Bei der im Artikel […]


Stellungnahme zu einem Artikel in „Der Spiegel“ vom 14. Dezember 2019

„Feldzug gegen Historiker“

Im Magazin „Der Spiegel“ vom 14. Dezember 2019 erschien ein Artikel unter der Überschrift „Historiker kontra Hohenzollern“. Dieser Artikel behandelt den Vorwurf, das Haus Hohenzollern führe „einen juristischen Feldzug“ gegen Historiker. Nahezu zeitgleich mit dessen Erscheinen gab es auf dem Wikipedia-Eintrag zu „Hohenzollern“ bereits einen entsprechenden Link zur Online-Version des Artikels. Im Folgenden werden einzelne […]