Einbruch in Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche



In der Nacht zum 10. Februar 2020 wurde in die Gedenkhalle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Berlin) eingebrochen. Unter anderem wurden dabei wertvolle Leihgaben des Hauses Hohenzollern gestohlen, die von Prinz Louis Ferdinand von Preußen im Jahre 1987 persönlich für Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt wurden. Darunter befand sich ein vollständiger Satz des höchsten preußischen Ordens, dem sog. „Schwarzen Adlerorden“. Ebenfalls gestohlen wurde ein Roter Adlerorden, 1. Klasse. Die Ordenszeichen wurden von Kaiser Wilhelm II. persönlich an Familienmitglieder und befreundete Fürstenhäuser verliehen. Ein Jubiläumsabzeichen anlässlich der Silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Victoria gefertigt, bei dem es sich zudem um das persönliche Exemplar aus dem Nachlass der Kaiserin handelt, wurden ebenfalls gestohlen. Das Haus Hohenzollern schätzt die Schadenssumme auf über 100.000 €.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit gibt es aber noch keine Hinweise auf mögliche Täter. Auch wird zu prüfen sein, ob die Schauräume nach allgemein geltenden Standards gesichert waren.

Die Einbrüche in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, wo ebenfalls Ordenszeichen erbeutet wurden oder der spektakuläre Fall des Dresdener Grünen Gewölbes haben uns einmal mehr vor Augen geführt, wie sehr kulturelles Erbe auch bei uns in Deutschland gefährdet ist.“ so Georg Friedrich Prinz von Preußen. „Noch mehr hat mich allerdings erschüttert wie schnell die Vorfälle aus der Berichterstattung verschwunden sind ohne, dass sie aufgeklärt worden sind. Auch andere Fälle von Kunstraub, wie z.B. der Diebstahl von zwei wertvollen Brustkreuzen des Landesbischofs von Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr haben es erst noch nicht einmal in die überregionalen Nachrichten geschafft.

Der Diebstahl weckt Erinnerungen an einen folgenreichen Einbruch, der für das Haus Hohenzollern besonders dramatisch war: Im Jahre 1953 wurden aus den Schauräumen wertvolle Preziosen, darunter Prunktabatieren Friedrichs II. und der letzte Teller aus dessen Goldservice gestohlen und nur wenige Tage später zerstört. „Dieser Vorfall beschäftigt uns bis heute.“ erklärt Georg Friedrich Prinz von Preußen. „Seit beinahe 60 Jahren wird in jeder Burg-Führung über diesen Vorfall berichtet. Wir haben schon damals daraus gelernt und die Sicherheitsstandards auf dem gesamten Burggelände entsprechend hochgefahren.“

Bereits Ende letzten Jahres hat der Prinz von Preußen eine Reihe von Leihnehmern, darunter auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten aufgerufen, die Sicherheit der ihnen anvertrauten Kulturgüter zu überprüfen. „Wir werden zeitnah im Dialog mit Experten überlegen, wie wertvolle Exponate in öffentlichen und privaten Museen zukünftig noch besser geschützt werden können“, so Georg Friedrich Prinz von Preußen.