Sanierung der Burgmauern auf der Burg Hohenzollern



Auf der Burg Hohenzollern werden seit 2019 die Außenmauern aufwendig saniert. Trotz Corona, Wind und Wetter laufen die Sanierungsarbeiten, bei denen noch Handwerkskunst wie vor 150 Jahren ausgeübt wird, derzeit kontinuierlich weiter. Da für Besucher die Tore jedoch nur sehr begrenzt offen stehen dürfen, erhalten Sie hier einen kleinen Einblick mit Steinmetzin Marie-Elaine Boos.

Die 30-Jährige Marie-Elaine Boos ist gelernte Steinmetzin und arbeitet seit August vergangenen Jahres zusammen mit ihrem Kollegen und Vorarbeiter Christoph Hertel an der Burgmauer. Bei der Sanierung wird die Mauer partiell abgetragen und die Mauersteine genau überprüft, ob sie wieder verwendet oder gegen neue Stücke ausgetauscht werden müssen. „Die neuen Quader werden in einem Steinbruch bei Grosselfingen gefördert, in einem Sägewerk in Passstücke auf Maß gesägt und kommen dann zu uns“, erklärt Marie-Elaine Boos.

Als Marie-Elaine Boos erfuhr, dass die Mauer der Burg Hohenzollern saniert werden muss, bewarb sie sich bei der Firma Zedler aus Ober-Flörsheim, die unter anderem auf die Sanierung historischer Mauern spezialisiert ist und von der Burg mit diesem Gewerk beauftragt wurde. „Als ich die Zusage bekam, hab ich erst mal eine Flasche Schampus aufgemacht“, lacht sie. Nun steht Boos also mit Kollege Hertel auf dem Gerüstplateau an der Burgmauer und hantiert mit Fäustel, Knüpfel und Eisen (Hammer und Meißel).

„Natürlich nutzen wir heute auch elektrische Maschinen, aber wir arbeiten hauptsächlich noch nach der Handwerkskunst der Steinmetze vor 150 Jahren“, erklären beide. Schließlich geht es darum, die neuen Steine dem historischen Vorbild der Originalmauer anzupassen. Konkret: Die Passstücke erhalten die gleiche Oberflächenstruktur wie die historischen Mauersteine. Zudem müssen Profilstücke behauen werden, also Mauersteine mit Verzierungen wie etwa Wulste und Hohlkehlen. Und um dem historischen Original so nahe wie möglich kommen, bearbeiten die beiden die Blöcke eben auch in traditioneller Art und Weise.

Bereut habe sie ihre Berufswahl noch nie, beteuert Marie-Elaine Boos und langweilig werde es auch nicht. „Wir Steinmetze sind handwerklich und gestalterisch tätig, haben flexible Aufgabengebiete und das, was wir erarbeiten, bleibt für ziemlich lange Zeit erhalten“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern. Deshalb möchte sie auch eine Lanze brechen für dieses Handwerk und kann nur empfehlen, bei Interesse ein Praktikum zu absolvieren.

Sollten Sie jetzt Interesse an einer exklusiven Besichtigung der Burg bekommen haben, dann können Sie das im Rahmen einer privaten Führung (nur ein Haushalt) noch während des Monats Mai erleben. Anmeldung unter: Deine Burg – ganz privat!