Gestohlene Orden sind wieder aufgetaucht



Die in der Nacht zum 10. Februar 2020 aus der Gedenkhalle der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Berlin) entwendeten Orden und Ehrenzeichen sind wieder aufgetaucht. Die wertvollen Stücke wurden heute morgen vom Landeskriminalamt Berlin an Vertreter des Hauses Hohenzollern übergeben. Zuvor hatte sich der Dieb gestellt und selbst angezeigt. Möglichweise war die Seltenheit der Stücke und ihrer daraus resultierenden Unverkäuflichkeit ein Grund für den Täter, den Kontakt zur Polizei zu suchen. Als Hintergrund der Straftat vermutet die Polizei Beschaffungskriminalität.

„Ich bin dem Berliner Landeskriminalamt von Herzen dankbar, dass wir die Sammlungsstücke, deren ideeller Wert für meine Familie noch weit über einem möglichen Marktwert liegt, zurückbekommen haben“, so Georg Friedrich Prinz von Preußen.  Ob die Stücke nach Ihrer Restaurierung wieder ausgestellt werden und, wenn ja, in welchem Rahmen, ist derzeit noch offen.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907-1994), der auch das Glockenspiel für die Gedächtniskirche komponierte, hatte die wertvollen Leihgaben anlässlich der  Eröffnung der Gedenkhalle  für Ausstellungszwecke zur Verfügung gestellt. Darunter befand sich ein vollständiger Satz des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler sowie Roten Adlerordens 1. Klasse, mit zum Teil bedeutender Provenienz, was die ehemaligen Träger anbelangt. Unter den nun wieder zurückgekehrten Ehrenzeichen befindet sich ein Jubiläumsabzeichen, dass anlässlich der Silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Victorias ausgegeben wurde. Das in der Kirche gezeigte Exemplar stammte aus dem persönlichen Besitz der Kaiserin.

Gerade in der jüngeren Vergangenheit haben immer wieder Fälle von Kunstraub für Aufsehen gesorgt, wie beispielsweise der Diebstahl einer Goldmünze im Berliner Bodemuseum oder der Einbruch ins Grünen Gewölbe in Dresden. Gerade im Dresdener Fall legte sich die öffentliche Empörung schon nach wenigen Tagen, was angesichts der kulturellen und ideellen Bedeutung der Objekte besonders verwundert.

Berlin, den 25. August 2020