Burg Rheinfels: Einigung zwischen der Stadt St. Goar und dem Haus Hohenzollern



Für die Burg Rheinfels besteht Planungssicherheit; die rechtlichen Auseinandersetzungen werden beendet. Dies teilten Falko Hönisch, Bürgermeister der Stadt St. Goar (SPD) und Dr. Jürgen Aretz, Staatssekretär a. D. und Verhandlungsführer von Georg Friedrich Prinz von Preußen, in einer gemeinsamen Erklärung mit. Es sei eine Einigung erzielt worden, die jetzt von allen Verfahrensbeteiligten – der Stadt St. Goar, dem Land Rheinland-Pfalz, der Schloss Rheinfels GmbH & Co KG und dem Haus Hohenzollern – angenommen werde.

Demnach erkennt das Haus Hohenzollern die Eigentumsrechte der Stadt St. Goar an den im Streit stehenden Immobilien, darunter die Burg Rheinfels, unwiderruflich an. Die Burg war 1843 von dem späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. privat erworben und so vor dem endgültigen Abriss bewahrt worden. In den vergangenen Jahren war es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Eigentumsrechte gekommen. Die staatliche Seite hatte zwar vor Gericht erstinstanzlich obsiegt, jedoch war das Haus Hohenzollern in Berufung gegangen. Die Verfahrenskosten werden gegeneinander aufgehoben.

Die Stadt St. Goar wird in Zukunft eng mit der gemeinnützigen ‚Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung‘ zusammenarbeiten, die sich unter anderem der Hilfe und Förderung insbesondere sozial benachteiligter Jugendlicher widmet. Die Stiftung wird u. a. Kinder und Jugendliche der Stadt St. Goar regelmäßig zu Ferienaufenthalten und Projekten einladen und Veranstaltungen vor Ort in St. Goar durchführen. Auch Benefizkonzerte sollen in Zusammenarbeit mit der Stadt St. Goar durchgeführt werden. Zur Unterstützung der durch die Stiftung geleisteten Jugendarbeit wird in Zukunft ein diesem Zwecke gewidmeter Aufschlag auf den Eintrittspreis der Burg Rheinfels erhoben, der ungekürzt und ausschließlich dieser Arbeit zukommt.

Stadtbürgermeister Falko Hönisch sprach von einer “Win-win-Situation“. Denn die Stadt St. Goar wolle ihr Engagement künftig noch stärker auf die Kinder- und Jugendarbeit ausrichten. Dabei gelte es auch, “über den Tellerrand“ hinauszublicken. Er freue sich, mit der gemeinnützigen ‚Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung‘ für diesen Schwerpunkt eine aufgeschlossene und erfahrene Partnerin gefunden zu haben.

Ferner stellt das Haus Hohenzollern der Stadt St. Goar unentgeltlich Exponate zur Verfügung, um in den kommenden Jahren in St. Goar eine Ausstellung durchzuführen, die die Verbindungen des Mittelrheintals und dem Haus Hohenzollern, insbesondere in der “Preußischen“ Zeit von 1815 bis 1918 dokumentiert. Die Familie ist auch bereit, sich in entsprechender Weise im Rahmen der Bundesgartenschau 2029 zu beteiligen.

Georg Friedrich Prinz von Preußen zeigte sich erfreut, dass es in kurzer Zeit zu einer Einigung gekommen sei. Er dankte beiden Verhandlungsführern für ihr großes Engagement und betonte den beispielhaften Charakter dieser Vereinbarung: “Dieses Ergebnis zeigt, dass sachliche und rechtliche Auseinandersetzungen zu einem positiven Ergebnis gebracht werden können, wenn beide Seiten den guten Willen dazu haben und fair miteinander umgehen.“

Die gütliche Einigung soll noch im Februar 2020 in St. Goar im Rahmen einer dem Anlass entsprechenden Veranstaltung unterzeichnet werden.

 

Potsdam, 28.01.2020