Burg(-Geschichte) zum Nachbauen



Zur Einweihung der Burg Hohenzollern am 3. Oktober 1867 war der spätere Kaiser Wilhelm I. (1797 – 1888) persönlich anwesend. Es handelte sich immerhin um den Stammsitz der Dynastie, der auf Veranlassung des Bruders und Vorgängers König Friedrich Wilhelm IV. (1795 – 1861) in siebzehnjähriger Bauzeit wiedererrichtet worden war. Es war bereits die dritte Burganlage auf dem Zollerberg, für die am 23. September 1850 die Grundsteinlegung stattgefunden hatte. Der Hammer und die Schaufel, die bei der Grundsteinlegung verwendet wurden, befinden sich heute im Burgarchiv. Zur Bestimmung der im Wiederaufbau befindlichen dritten Burg heißt es in der Grundsteinurkunde:

Die bauliche Herstellung der Burg Hohenzollern soll (…) den Zweck haben, einen festen Posten zu gewinnen, (…) einen vollständig gesicherten Aufenthalt – ein Refugium – und (…) das Mittel (…), von hier aus einen Einfluss auf die Fürstenthümer auszuüben (…).
Grundsteinurkunde, 1850

In der Urkunde wird somit die Absicht König Friedrich Wilhelms IV. deutlich, aus den Ruinen der seit über fünfzig Jahren verfallenden Veste einen Ort der Repräsentation und der Besitzstandssicherung für die 1849 nach Preußen eingegliederten Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen zu schaffen, der zugleich als privater Rückzugsort genutzt werden sollte. Noch vor Beginn des Wiederaufbaus wurde eine Teilung der Baukosten zwischen der Brandenburg-Preußischen (zwei Drittel) und den fürstlichen Linien (ein Drittel) getroffen, die sich bis heute in den Eigentumsverhältnissen fortsetzt. Welch bedeutende Vorrangstellung dabei dem Bauwerk auf dem Zollerberg zukam, wurde auch am 23. August 1851 nochmals deutlich, als es in den Ruinen der Burg zur Erbhuldigung vor Friedrich Wilhelm IV. kam, die in einem Gemälde von Paul Bürde von 1855 festgehalten ist.

Bei der Konzeption der dritten Burg bestand die Herausforderung des Architekten Friedrich August Stüler darin, basierend auf den Ideen des Freiherrn Rudolf von Stillfried-Ratonitz die ehemaligen Elemente des alten Baws der mittelalterlichen Burg in den Neubau zu integrieren und dabei eine wehrhafte Burg zu vollenden, die zudem den ästhetischen Ansprüchen des kunstsinnigen preußischen Herrschers entsprach.

Dass der Wiederaufbau der Burg auf dem Gipfel des Zollerbergs, gestützt von Bastionsmauern, sowohl statisch als auch architektonisch keine einfache Aufgabe gewesen ist, können bald auch die AFOBs (Adult Friends of Bricks) nachvollziehen. Bereits zu Beginn des Jahres 2022 waren der Inhaber Klaus Kiunke und drei Mitarbeiter der Firma Blue Brixx, die unter anderem Sets historischer Burgen und Schlösser aus Noppensteinen entwirft und vertreibt, auf der Burg zu Gast und konnten sich für ihre Konstruktionsarbeit einen Eindruck von Hochschloss, Bastion und Auffahrtsanlage verschaffen.

Ziel des Projektes von Blue Brixx ist es, einen möglichst nah am Original beschaffenen Nachbau aus Noppensteinen zu entwerfen, der dem großen und national bedeutenden Baudenkmal sowie dem hohen Ansprüchen der AFOBs gerecht wird. Dabei greifen die Entwickler auf die originalen Baupläne der Burg zurück. Dass die überaus detailreichen Informationen der historischen Baupläne und Unterlagen die Entscheidungen für die Größenverhältnisse des Modells nicht einfacher gestaltet, wird in den Videos deutlich, die erstmals einen Einblick hinter die Kulissen der Erstellung eines Klemmbausteinsets erlauben. Zu Wort kommen dabei in Interviews neben Prinz Georg Friedrich von Preußen, auch die Leiterin der Burg Frau Dr. Anja Hoppe sowie verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich seit Jahren mit der Burg und ihren bautechnischen Herausforderungen auseinandersetzen.

Ein erster Entwurf der Burg in digitaler Form besteht bereits. Einen Einblick in die Arbeit und den weiteren Prozess erhalten Sie unter: Blue Brixx – Projekt Burg Hohenzollern. Wann der Nachbau der Burg erhältlich ist, steht noch nicht fest – natürlich wird er auch im Burgshop angeboten werden: ein Modell der Burg Hohenzollern zum Mitnehmen und Nachbauen – Stein für Stein.