Beeindruckende Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine



Die ersten Geflüchteten aus der Ukraine haben in den Räumen der Prinzessin Kira von Preußen Stiftung auf der Burg Hohenzollern eine sichere Unterkunft gefunden. Den Anstoß dazu gegeben hat eine Initiative der Firma BlueBrixx und der Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung. Seither ist das Netzwerk der Unterstützer stetig gewachsen: „Ich bin froh und dankbar, dass die jungen Gäste mit Ihren Pflegemüttern nach den furchtbaren Strapazen wohlbehalten angekommen sind. Es hat mich tief beeindruckt, wie tapfer sie mit der Situation umgehen. Neben Herrn und Frau Kiunke von der Firma BlueBrixx gilt mein Dank allen, die seither mit so großem Engagement geholfen haben. Danken darf ich auch den zahlreichen Spenderinnen und Spender, die mit Ihren Zuwendungen die Stiftungsarbeit unterstützen“, so Prinzessin Sophie, Vorstandsvorsitzende der Stiftung.

Mehrere Burg-Mitarbeiter hatten die Räumlichkeiten der Stiftung auf der Burg Hohenzollern vorbereitet und erste Lebensmittel eingekauft. Bei der Ankunft der Gruppe stellten sie fest, dass die beiden Pflegefamilien nur sehr wenig Gepäck dabeihatten. Über private Kontakte zu Verwandten, Freunden und Nachbarn sowie über soziale Medien konnten sie aber in wenigen Stunden so viele Kleiderspenden generieren, dass die ukrainischen Gäste schnell mit ausreichend Wechselkleidung versorgt werden konnten. Auch zahlreiche Spielsachen kamen zusammen, um den Kleinen die Fluchtsituation etwas zu erleichtern. „Die spontane Hilfsbereitschaft von allen Seiten ist überwältigend“, so Burg-Mitarbeiterin Carmen Soudani, die der Gruppe in der Kira-Stiftung zur Seite steht.

Spontane Hilfsbereitschaft signalisierten auch mehrere Firmen und Einrichtungen aus der Region. Klaus Koch, Betreiber mehrerer Edeka-Märkte im Zollernalbkreis, sagte auf Anfrage sofort zu, die Gruppe mit Lebensmitteln zu versorgen. Jürgen Müller und Hubert Rapp vom Hechinger Verein „Kinder brauchen Frieden e.V.“ steuerten 2300 Euro für notwendige Anschaffungen bei, etwa für Schulmaterial. Mitarbeiter der Firma Solar-Log aus Binsdorf stellten für alle Kinder und die beiden Mamas je einen Kulturbeutel mit Hygieneartikel zusammen. Intersport Rebi unterstützt die neu Angekommenen mit Bekleidung. Das Hechinger Schuhhaus Weith sponserte warme Hausschuhe.

Seither haben sich die Kinder auf der Burg zurecht gefunden und – unterstützt durch die Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen – mehrere Ausflüge unternommen, wie beispielsweise auf den Roßberg oder zu einem Heimspiel der Handball Spielgemeinschaft Albstadt (HSG Albstadt). Dort erhielten die Kinder freien Eintritt zum Spiel und eine Einladung zum Mittagessen. Darüber hinaus wurde von der HSG ein Kuchenverkauf zugunsten der Stiftung organisiert.

Ihren Ausgang nahm die Aktion Ende Februar, als sich die Situation in der Ukraine dramatisch zuspitzte. Klaus Kiunke und seine Frau Elke wollten helfen und starteten einen Aufruf über Ihre Netzwerke. Georg Friedrich Prinz von Preußen und Sophie Prinzessin von Preußen sagten sofort zu, dass Geflüchtete aus der Ukraine einen sicheren Platz in den Räumen der Prinzessin Kira von Preußen Stiftung auf der Burg Hohenzollern bekommen könnten.

Zunächst war es schwierig, den Kontakt aufrecht zu erhalten: „Wir habe immer wieder SMS bekommen, in denen die Betreuer mitteilten, dass sie gerade nicht telefonieren können, da sie wegen Beschuss im Bunker sitzen müssen“, erzählt Klaus Kiunke. Doch nach mehreren Tagen konnte eine Gruppe aus Saporischschja aufbrechen. Die beiden Pflegemütter Elena Pauls und Ksenia Melashchenko schafften es mit ihren neun Kindern im Alter von sechs bis 17 Jahren per Zug – teilweise mit 16 Personen in einem Viererabteil – bis zur ukrainisch-polnischen Grenze. Dort wurden sie von zwei polnischen Busfahrern erwartet, die das Ehepaar Kiunke über ein polnisches Busreiseunternehmen engagiert hatte. Mit einem Kleinbus ging es weiter zur Burg Hohenzollern nach Baden-Württemberg. Insgesamt vier Tage war die Gruppe unterwegs, bevor sie völlig erschöpft auf der Burg ankam.