80. Todestag Kaiser Wilhelms II.



„Ich versinke, ich versinke…“, sollen die letzten Worte des vormaligen Deutschen Kaisers und Königs von Preußen gewesen sein, als er nach einem dreiundzwanzigjährigem Exil im holländischen Doorn in der Provinz Utrecht verstarb.

1859 geboren, erlebte Wilhelm den Aufstieg, die Reichseinigung unter der Führung Preußens und Otto von Bismarcks mit und verantwortete nach seinem Regierungsantritt einen Teil dieser erfolgreichen Politik.Der zunehmende Nationalismus, Popularitätsverlust und der katastrophale Ausgang des 1. Weltkriegs zwangen Wilhelm II. nach dem Ausbruch der Revolution in Deutschland am 9. November 1918, in das holländische Exil zu gehen.

Nachdem er zunächst auf Schloss Amerongen, dem Landsitz der Grafen von Bentinck Zuflucht gefunden hatte, erwarb er 1919 das in der Nähe gelegene Haus Doorn, das ihm fortan, bis zu seinem Tod, als Wohnsitz diente. Hier lebte er das Leben eines Grandseigneurs, der seinen wissenschaftlichen Interessen und Vorlieben, wie beispielsweise dem Rosenzüchten nachging, umgeben von zahlreichen Erinnerungsstücken und Kunstgegenständen aus der Vergangenheit seiner Dynastie.

Durch die Tagebuchaufzeichnungen seines Adjutanten Sigurd von Ilsemanns sind wir darüber unterrichtet, dass Wilhelm sich über sein Schicksal im Klaren war und die politische Lage in Deutschland meist richtig bewertete, die Hoffnung, eines Tages nach Deutschland und auf den Thron zurückzukehren, gab er jedoch nie auf.

Nach einem Schwächeanfall auf dem Holzplatz in Doorn, am 1. März 1941, wohl in Folge einer nicht auskurierten Grippeerkrankung, nahmen die Kräfte – trotz einer vorübergehenden gesundheitlichen Stabilisierung – des Zweiundachtzigjährigen merklich ab. Am Morgen des 4. Juni verstarb schließlich der Mann, der über Dreißig Jahre Deutschlands Geschicke maßgeblich mitbestimmt hatte, an den Folgen einer Lungenembolie.

Zum Zeitpunkt seines Todes waren die Niederlande bereits seit über einem Jahr von deutschen Truppen besetzt. Durch die testamentarische Verfügung des Ex-Kaisers, in Holland begraben werden zu wollen, solange Deutschland nicht wieder Monarchie geworden sei, konnte eine Beisetzung Wilhelms mit nationalsozialistischem Pomp in Berlin oder Potsdam verhindert werden. Auch Hakenkreuzfahnen hatte sich der Kaiser verbeten. Beigesetzt wurde er in der feldgrauen Uniform seines ehemaligen Regiments Garde du Corps und in einem nach seinen Vorstellungen und den Entwürfen des Bildhauers Max Bezner geschaffenen Sarges in „Englischer Form“. Ein Jahr später wurde sein nach den Plänen von Martin Kießling errichtetes Mausoleum fertiggestellt und der Kaiser dorthin umgebettet.