Entschließungsantrag Landtag Brandenburg zur Volksinitiative "Keine Geschenke den Hohenzollern" (Drucksache 7/3572) vom 20. Mai 2021

Chef des Hauses Hohenzollern bekräftigt Dialogbereitschaft



Anlässlich der Debatte des Landtages Brandenburg zur Volksinitiative „Keine Geschenke den Hohenzollern“ bekräftigt der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, seine Dialogbereitschaft: „Mein Ziel bleibt, bedeutende Kulturgüter für die Öffentlichkeit zu erhalten. Meine Familie und ich gehören zu den großen privaten Leihgebern der staatlichen Schlösser und Museen in Brandenburg, Berlin und weiteren 13 Bundesländern“, so der Prinz von Preußen. Zudem gehöre die Burg Hohenzollern mit über 350.000  Besucherinnen und Besuchern pro Jahr zu den beliebtesten privaten Museen in Deutschland. „Ich stehe zu meiner Verantwortung und bleibe in jedem Fall gesprächsbereit, was die ungeklärten Eigentumsfragen an Tausenden von weiteren Kunstwerken angeht“, so Prinz Georg Friedrich.

Gleichzeitig bedauert Prinz Georg Friedrich, dass die brandenburgische Landesregierung die offenen Eigentumsfragen jetzt durch Gerichte klären lassen möchte. Er habe stets betont, dass er im Rahmen von Verhandlungen zu bedeutenden Zugeständnissen zugunsten der Länder Berlin und Brandenburg bereit sei, um die Kunstgegenstände für die Öffentlichkeit zu erhalten, so der Chef des Hauses Hohenzollern. „Ich bin überzeugt, dass mit einer außergerichtlichen Einigung das deutlich bessere Ergebnis für die Schlösser und Museen in Brandenburg und Berlin und damit für die Öffentlichkeit erzielt werden könne,“ so der Prinz von Preußen.

Den Gerichtsverfahren selbst sieht Prinz Georg Friedrich optimistisch entgegen: Nur für einen Teil der offenen Eigentumsfragen sei rechtlich relevant, welche Rolle sein 1951 verstorbener Urgroßvater Wilhelm Prinz von Preußen in der Endphase der Weimarer Republik gespielt habe, auch wenn dieses Thema die öffentlich Debatte dominiere. „Ich habe vollstes Vertrauen in die mit dem Sachverhalt betrauten Gerichte,“ so der Prinz von Preußen. „Unabhängig davon stehen meine Familie und ich zur historischen Verantwortung des Hauses Hohenzollern. Wir begrüßen eine unabhängige, fortwährende Aufarbeitung durch Historikerinnen und Historiker.“

Teil der nun vom Land Brandenburg abgebrochenen Gespräche war auch die Zukunft der bisherigen Leihgaben aus der privaten Kunstsammlung des Prinzen von Preußen, deren Leihverträge großenteils ausgelaufen sind. Für eine Erneuerung der Verträge ist Prinz Georg dennoch weiter offen: „Unabhängig von den Gerichtsverfahren sollten wir alle auch den Blick nach vorne richten. Wenn die staatlichen Schlösser und Museen immer noch an Leihgaben aus meiner privaten Sammlung interessiert sind, werde ich mich Gesprächen sicherlich nicht verweigern“, so der Prinz von Preußen.

Im Februar 2014 hatte Georg Friedrich Prinz von Preußen sich zu Gesprächen mit den zuständigen staatlichen Stellen bereit erklärt, um die offenen Eigentumsfragen außergerichtlich zu klären. Auf Bitte der staatlichen Verhandlungspartner wurde Vertraulichkeit vereinbart. Besser wäre es gewesen, die Öffentlichkeit so früh wie möglich in die Gespräche mit einzubeziehen und über die Fortschritte zu informieren. Die Bürgerinnen und Bürger würden zurecht Transparenz erwarten, wenn es um die Zukunft unseres gemeinsamen Kulturerbes gehe, so der Prinz von Preußen: „Daher steht das private Archiv meiner Familie auf der Burg Hohenzollern allen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern offen, und zwar unabhängig von ihrer Positionierung bei der historischen Einordnung von Sachverhalten.“