Presseinformation – 12. Oktober 2020



Nach wie vor werden in einigen Medien die Entschädigungsansprüche des Hauses Hohenzollern thematisiert. Und unverändert werden im Rahmen dieser Debatte bis in die jüngste Gegenwart immer wieder Falschbehauptungen aufgestellt. Verifizierende Rückfragen gab es im Vorfeld falscher Berichte nicht. Bitten um Richtigstellung blieben in der Regel erfolglos. Stattdessen wurde der Eindruck erweckt, kritischen Stimmen werde durch das Haus Hohenzollern ein „Maulkorb verpasst“. Dagegen hat sich Georg Friedrich Prinz von Preußen im Namen der Familie, auch öffentlich, wiederholt und unmissverständlich geäußert: „Wir stellen uns dem freien und seinem Wesen nach ergebnisoffenem wissenschaftlichem Diskurs über die deutsche Geschichte und selbstverständlich auch der Geschichte des Hauses.“ Wichtig zu wissen ist: Der Prinz von Preußen ist in keinem Fall gegen kritische Aussagen rechtlich vorgegangen – das ist auch gar nicht möglich -, sondern gegen falsche Aussagen. Diese falschen Aussagen wurden in der Vergangenheit von verschiedenen Journalisten, Wissenschaftlern oder Politikern immer wieder geäußert. Nachfolgend werden deshalb die wichtigsten Falschbehauptungen zitiert und richtiggestellt:

1. Der Prinz von Preußen fordert ein vom Staat finanziertes Hohenzollernmuseum.
Das ist frei erfunden. Tatsächlich stammt die entsprechende Idee von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die ein solches Projekt schon seit 2002 offiziell verfolgt und als das „wichtigste Museums-Projekt der kommenden Jahre“ bezeichnet hat. Staatliche Stellen haben den Gedanken aufgegriffen, und es wurden in den zurückliegenden 18 Jahren wesentliche Schritte zur Realisierung unternommen. Nachdem Georg Friedrich Prinz von Preußen wiederholt von offizieller Seite um Mitwirkung an diesem Projekt gebeten wurde, hat er seine Bereitschaft erklärt, das Projekt durch unentgeltliche Leihgaben zu unterstützen.

2. Der Prinz von Preußen fordert gegenüber Museen in Berlin und Brandenburg ein Mitspracherecht.
Diese Behauptung stellt eine grobe Verzerrung der Tatsachen dar. Es geht in den Verhandlungen mit der öffentlichen Hand nur um eine Mitsprachemöglichkeit in Bezug auf die zur Verfügung zu stellenden Leihgaben. Das entspricht der üblichen Zusammenarbeit staatlicher Kultureinrichtungen mit privaten Leihgebern, ohne welche die deutschen Museen kaum existieren könnten.
In der letzten Verhandlungsrunde zwischen dem Staatsministerium für Kultur und Medien sowie den Ländern Berlin und Brandenburg und den Vertretern des Prinzen von Preußen wurde über diesen Punkt ausführlich gesprochen. In der Erklärung, die nach der Sitzung am 24.7.2019 zwischen allen Beteiligten einvernehmlich formuliert und der Presse übergeben wurde, ist unmissverständlich festgestellt worden, dass sich etwaige Mitbestimmungsrechte (im Einklang mit Vorgaben des Deutschen Museumsbundes) lediglich auf Leihgaben beziehen sollen. Der Prinz von Preußen ist einer der größten privaten Leihgeber in Berlin und Brandenburg. Diese Zusammenarbeit der Berliner und Brandenburger Kultureinrichtungen mit dem Haus Hohenzollern verläuft seit fast 100 Jahren konstruktiv.

3. Der Prinz von Preußen fordert ein Wohnrecht in einer historischen Liegenschaft, etwa im Schloss Cecilienhof.
Seit der Vermögensauseinandersetzung von 1926 gibt es ein theoretisches Wohnrecht, das aber nicht mehr genutzt wird und mit der Elterngeneration von Prinz Georg Friedrich erloschen ist. Gleichwohl gab es sogar seitens der DDR-Regierung Überlegungen, dieses Wohnrecht dem Haus Hohenzollern erneut anzubieten, wie der Potsdamer Historiker, Professor Sabrow, nachgewiesen hat. Nach 1990 kam von der öffentlichen Hand der Vorschlag, dieses Wohnrecht fortzusetzen, und zwar zunächst aus der brandenburgischen Landesregierung und nach 2000 aus der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Das Haus Hohenzollern hat auf diese Vorschläge lediglich geantwortet. Als die öffentliche Seite in der Verhandlungsrunde am 24. Juli 2019 davon dezidiert abrückte, hat Georg Friedrich Prinz von Preußen noch am selben Tag in einer von allen Verhandlungspartnern gemeinsam veröffentlichten Stellungnahme erklären lassen, dass der entsprechende Punkt für die Gespräche vom Tisch ist.

4. Das Haus Hohenzollern erschwert oder verhindert den Zugang zu seinem Archiv.
Diese Behauptung existiert auch in der Form, das Archiv des Hauses Hohenzollern sei der Forschung nicht zugänglich. Auch diese Behauptung ist falsch. Gleichwohl wurde sie vielfach ungeprüft wiederholt; in einem Fall sogar trotz schriftlicher Einladung des Hauses, das Archiv zu nutzen. Behinderungen beim Zugang zum Archiv hat es nicht gegeben. Verzögerungen bei der Terminvergabe waren in den letzten Monaten durch die Corona-Maßnahmen bedingt. Und die folgende Schließung folgte dem Beispiel vieler anderer Archive weltweit. Bis zum 15. Juni war die Burg Hohenzollern darüber hinaus komplett geschlossen. Inzwischen eingegangene Benutzungsanträge werden in der Reihenfolge ihres Einganges bearbeitet. Niemand wird von der Nutzung ausgeschlossen, der oder die ein wissenschaftliches oder publizistisches Interesse konkret nachweist.

5. Der Prinz von Preußen missbraucht das Presserecht, um die Wissenschaft zu behindern.
Das Presse- bzw. Äußerungsrecht schützt keine unwahren Tatsachenbehauptungen. Das Äußerungsrecht stößt aber dem Grundgesetz zufolge an Grenzen, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Für entsprechende Rechtsverletzungen kann die im Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit nicht in Anspruch genommen werden. Wer die Unwahrheit sagt oder schreibt, um dadurch einen Mitbürger in Misskredit zu bringen, muss damit rechnen, dass der Betroffene seine gesetzlich verbrieften Rechte geltend macht. Die bürgerlichen Pflichten und Rechte gelten unverkürzt selbstverständlich auch für Georg Friedrich Prinz von Preußen. Verschiedene Gerichte haben – ausnahmslos – bereits die Existenz von vielen Falsch-informationen festgestellt, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit den wichtigsten Richtigstellungen stehen.