Entschließungsantrag des Berliner Abgeordnetenhauses (Drucksache 18/3491) vom 25. März 2021

Georg Friedrich Prinz von Preußen zur historischen Verantwortung



Ich unterstütze die Forderung, bedeutende Kulturgüter für die Öffentlichkeit zu erhalten. Bereits seit den 1950er Jahren stellte mein Großvater Prinz Louis Ferdinand den staatlichen Museen im damaligen West-Berlin bedeutende Kunstgegenstände aus unserer privaten Kunstsammlung unentgeltlich zur Verfügung. Auch ich fühle mich dieser Tradition verpflichtet und freue mich über die Verantwortung, zu den großen Leihgebern in Berlin zu gehören. Mit über 350.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr gehört unser Familienstammsitz, die Burg Hohenzollern, zu den beliebtesten privaten Museen in Deutschland.

In meinen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung und der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg geht es unter anderem darum, die seit fast 30 Jahren ungeklärten Eigentumsfragen an rund 15.000 Kunstgegenständen abschließend zu regeln. Nur für einen Teil der Kunstwerke ist dabei die Frage relevant, welche Rolle mein Urgroßvater Wilhelm Prinz von Preußen, der frühere Kronprinz, in der Endphase der Weimarer Republik gespielt hat. Ich habe immer betont, dass ich zu großen Zugeständnissen bereit bin, um die Kunstgegenstände für die Öffentlichkeit zu erhalten. Daher bin ich weiterhin überzeugt, dass mit einer außergerichtlichen Einigung das beste Ergebnis für die Berliner Museen erzielt werden könnte. Ich unterstütze die Forderung, die Bürgerinnen und Bürger transparent über den Gegenstand und den Fortschritt der Gespräche zur Sicherung unseres gemeinsamen Kulturgutes zu informieren.

Meine Familie und ich stehen unabhängig von der Eigentumsthematik zur historischen Verantwortung des Hauses Hohenzollern. Die Zeit von 1930 bis 1935 war in politischer und moralischer Sicht der Tiefpunkt unserer fast 1000-jährigen Familiengeschichte. Daher unterstütze ich ausdrücklich eine kritische Aufarbeitung durch Historikerinnen und Historiker.