Stellungnahme zur Diskussion über das Hohenzollern-Museum

„Deutungshoheit“



Eine besondere Welle der Kritik löste die Nachricht aus, Prinz Georg Friedrich von Preußen „verlange vom Staat“ ein „mit öffentlichen Mitteln finanziertes“ „Familienmuseum“. Darüber hinaus „verlange die Familie ein Mitspracherecht, um die eigene Geschichte umschreiben zu können“.
Als Quelle wurde in den meisten Fällen das Vergleichsangebot der Familie an die Öffentliche Hand vom Frühjahr 2019 angeführt. Hier findet sich zwar ein Absatz, der sich auf das Museum bezieht. Unerwähnt blieb jedoch, dass dieser Absatz nahezu wörtlich aus dem Vergleichsangebot der öffentlichen Hand an das Haus übernommen wurde. Denn schon seit Beginn der 1990er Jahre ist den öffentlichen Kultureinrichtungen, insbesondere der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die Wiedereinrichtung des Hohenzollernmuseums eine zentrale Angelegenheit. In ihrem Vergleichsangebot hat die Familie sich bereiterklärt, dieses Vorhaben nicht nur mit dem Verzicht auf Herausgabe von Kunstwerken, sondern auch mit der Ergänzung durch private Leihgaben zu unterstützen. Mittels der Leihgaben wurde der Familie unterstellt, sie würde Einfluss auf die Gestaltung von Ausstellungen, Museen oder gar die „Deutungshoheit über die Geschichte“ zu erlangen suchen. Einige Feuilletonisten wähnten darin sogar einen „Angriff auf die Demokratie“. Wie Gerichte jedoch festgestellt haben, finden sich im Vergleichsangebot der Familie hierzu keine Hinweise, so dass sich entsprechende „Befürchtungen“ und Vorwürfe als haltlos herausstellten.