Preussen.de  
 
   
Today Family History
 
 

Die Geschichte der Prinzeninsel

 
 
Das Niedersächsische Bauernhaus auf der Prinzeninsel Plön um 1919
Die im Großen Plöner See, dem größten Binnengewässer Schleswig-Holsteins, gelegene Prinzeninsel war vermutlich schon in wendischer Zeit, also seit dem 7. Jh. n.Chr. bewohnt. Im späten 17. Jahrhundert ließen die im Plöner Schloss residierenden Herzöge von Schleswig-Holstein-Plön auf der Insel ein Gebäude mit umgebendem Tiergarten errichten. Danach wurde das Areal regelmäßig verpachtet, was sich auch während der über einhundertjährigen Zugehörigkeit Plöns zu Dänemark nach 1761 fortsetzte. Im Jahre 1881 wurde erstmal eine Wirtschaftskonzession erteilt, woraufhin sich die Insel rasch zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte.

Als der Fiskus im Jahre 1901 beschloss, das Areal aufzuforsten und das im späten 18. Jahrhundert errichtete Gebäude abzureißen, wurde die Insel von Kaiser Wilhelm II. für seine im benachbarten Prinzenhaus zur schulischen Ausbildung untergebrachten Söhne gepachtet. Seit 1896 waren in dem durch Um- und Anbauten erweiterten spätbarocken Lustschlösschen Kronprinz Wilhelm (1882-1951) und sein Bruder Eitel Friedrich (1883-1942) unterrichtet worden, nachdem der Kaiser beschlossen hatte, seine Söhne fernab des Hofes und städtischer Ablenkungen in einer ländlichen Umgebung erziehen zu lassen. Bis zum Jahr 1910, in welchem der Kaiser die Insel schließlich erwarb, erhielten dort auch die nachfolgenden vier Kaisersöhne zusammen mit aus der im Plöner Schloss eingerichteten Kadettenanstalt ausgewählten Mitschülern ihre am Lehrplan eines Realgymnasiums orientierte Ausbildung. 


Kronprinz Wilhelm in Plön, 1899
In diesem Zusammenhang sollten die Zöglinge durch die praktische Arbeit in der auf der Insel eingerichteten „Prinzenfarm“ auch landwirtschaftliche Grundkenntnisse erlangen. Kaiserin Auguste Viktoria (1858-1921) besuchte ihre Söhne regelmäßig in Plön und hielt sich der Überlieferung zufolge besonders gern an einer Stelle am Südufer der Insel auf, die bis heute als ihr Lieblingsplatz gekennzeichnet ist. Im so genannten „Prinzenbad“ am westlichen Ufer, das sich durch einen langsam abfallenden Seegrund auszeichnet, lernten die Kaisersöhne Schwimmen.  

Nach dem Ende der Monarchie blieb die Insel weiterhin Eigentum des Hauses Hohenzollern und wurde in Verbindung mit einer darauf eingerichteten Gastwirtschaft wieder öffentlich zugänglich. Das 1984 einem Brand zum Opfer gefallene niedersächsische Bauernhaus konnte nicht zuletzt durch das Engagement des damaligen Chefs des Hauses Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907-1994) unmittelbar danach wieder aufgebaut werden. Auch die bis heute auf der Insel praktizierte Tierhaltung entspricht noch dem Grundgedanken der über dem Eingang des Hauses angebrachten Inschrift: „Nihil melior nihil homini libero dignius agricultura 1901 – Nicht ist besser, nichts dem freien Menschen würdiger, als die Landwirtschaft“.

Ulrich Feldhahn
 
 
 
© 2008 Haus Hohenzollern
 
Deutsch
Press
Newsletter
Contact
Imprint
Search
Shop