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Restaurierung der Rheinsberger Wandteppiche

 
 
Audienzimmer in Schloss Rheinsberg, Foto SPSG, W. Pfauder
Prinz Heinrich von Preußen, der zweitjüngste Bruder Friedrichs des Großen, erhielt anlässlich seiner in den Jahren 1770 und 1778 unternommenen Russlandreisen zahlreiche Geschenke, darunter auch Wandteppiche, die er im Audienzzimmer seines Schlosses in Rheinsberg anbringen ließ. Die in der Petersburger Gobelinmanufaktur hergestellten Tapisserien entstammen der Serie „Porte de Fleurs“ und zeigen opulente Blumenarrangements inmitten  phantasievoller Gartenszenerien, die von Gitterwerk umgeben werden.

Von den nach 1918 als Eigentum des Hauses Hohenzollern verbleibenden Teppichen gelten zwei größere Behänge heute als verschollen, während drei schmalere Stücke nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Burg Hohenzollern gelangten. Im Jahre 2002 waren sie erstmals anlässlich der in Rheinsberg gezeigten Ausstellung zum 200. Todestag des Prinzen Heinrich wieder öffentlich zu sehen. Deren großer Erfolg und die Möglichkeit, einen Raum des Schlosses zumindest teilweise wieder in seinen Originalzustand zu versetzen, veranlassten SKH Georg Friedrich Prinz von Preussen zu dem Entschluss, die Tapisserien auch weiterhin als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.


Blick in die Textilwerkstatt der SPSG, Foto U. Feldhahn
Die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg beschloss daraufhin, die kostbaren Stücke sukzessive zu restaurieren. Derzeit ist noch ein Teppich in Rheinsberg verblieben, während sich die beiden anderen in der Werkstatt für Textilrestaurierung in Potsdam befinden, wo der Teppich „mit dem roten Papagei“ bereits in Bearbeitung ist. Hierfür wurde eigens ein in der Schweiz gefertigter Tapisseriestuhl angeschafft, der Textilrestauratorin Ute Rönnecke und ihren Kolleginnen optimale Arbeitsbedingungen ermöglicht. Neben einer eingehenden Untersuchung der Stücke und ihrer schonenden Reinigung wird vor allem versucht, die Folgen einer vermutlich in den 1920er Jahren durchgeführten Restaurierung wieder rückgängig zu machen bzw. aufzuhalten. Durch nachträglich aufgebrachte Gewebestücke auf der Rückseite besteht die Gefahr einer Anspannung der Materialien, die den ungewöhnlich plastisch gearbeiteten Teppichen auf Dauer schadet. Diese Maßnahmen werden sich voraussichtlich über mehrere Jahre erstrecken, so dass die Wiedereinrichtung des Rheinsberger Audienzzimmers von allen Beteiligten vor allem eines erfordert: Geduld.

Ulrich Feldhahn


 
 
 
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