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Diamant ''Le Beau Sancy''

 
 
Im Rahmen der bis zum 13. Februar 2005 im Münchner Haus der Kunst gezeigten Ausstellung „Schatzhäuser Deutschlands – Kunst in adligem Privatbesitz“ wird als Leihgabe des Hauses Hohenzollern einer der berühmtesten Diamanten der Welt präsentiert: „Le Beau Sancy“. Der in Tropfenform geschliffene Edelstein wäre allein durch sein Gewicht von 34,5 Karat und seine - historisch betrachtet wohl erstmalige - achtfache Anordnung der Facetten eine Besonderheit. Aber auch die illustre Reihe seiner Vorbesitzer und seine wechselvolle Geschichte strahlen eine große Faszination aus.

Benannt wurde die Pretiose nach Nicolas Harley, Sieur de Sancy, der zugleich den heute im Pariser Louvre aufbewahrten „Großen Sancy“ sein Eigen nannte. Der am französischen Hof tätige Finanzmann veräußerte den kleineren der beiden Steine an König Heinrich IV., der ihn wiederum seiner Gemahlin Maria von Medici im Jahre 1600 zur Hochzeit verehrte. Sechsundvierzig Jahre später wurde er an Prinz Frederik Hendrik von Oranien, Statthalter von Holland, verkauft, der ihn seiner Schwiegertochter Maria Henriette Stuart, Tochter König Karls I. von England, vermachte. Über deren Schwiegertochter Maria Stuart gelangte der Edelstein schließlich an deren Enkel Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg. Dieser ließ ihn in seine für die Krönung zum preußischen König im Jahre 1701 neu geschaffene Krone einfügen.

Unter Friedrich dem Großen wurde deren Besatz später wieder entfernt und seiner Gemahlin Elisabeth Christine übergeben, die den „Beau Sancy“ zusammen mit anderen Diamanten in ein „Bouquet“ umarbeiten ließ. Auch nachfolgende weibliche Mitglieder des preußischen Herrscherhauses schmückten sich fortan gerne mit der außergewöhnlichen Kostbarkeit, so der Überlieferung zufolge Königin Luise, ihre Tochter Alexandrine sowie Königin Augusta, die ihn bei der Krönungszeremonie im Jahre 1861 als Pendeloque, d.h. zentralen Stein in ihrer großen Corsage trug.    

Ulrich Feldhahn

 
 
 
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