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Kolonie Alexandrowka

 
  Als Zar Alexander I. von Russland (1775-1825) am 1. Dezember 1825 starb, wussten die Preussen, dass sie zu einem großen Teil ihre Freiheit diesem Mann zu verdanken hatten. Seite an Seite hatte er mit König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) siegreich gegen Napoleon gekämpft. Wenige Wochen nach seinem frühen Tod erfolgten erste Planungen zu einem Denkmal, das aussergewöhnlich werden sollte: Ein russisches Dorf für russische Sängersoldaten. In zwei Februarwochen entstanden mehrere Entwürfe des königlichen Garteninspektors Peter Joseph Lenné, die jedoch vom König abgelehnt wurden. Friedrich Wilhelm III. bevorzugte stattdessen die Form des Platzes der gemeinsamen Siegesparade in Paris, das Marsfeld,  und schlug ein Hyppodrom vor. Im Grundriss der Anlage sollte die Form des höchsten russischen Militärordens, das Andreaskreuz, wiedergegeben werden.

Am Erinnerungstag der Parade, dem 10. April 1826, besagt die Gründungsurkunde: „Es ist meine Absicht, als ein bleibendes Denkmal der Erinnerung an die Bande der Freundschaft zwischen Mir und des hochseeligen Kaisers Alexander von Russland Majestät, bei Potsdam eine Colonie zu gründen...“ Ein Jahr später ziehen die ehemaligen Soldaten in die zwölf Häuser, ein Vorsteherhaus und das Haus des Kirchenältesten („Popenhaus“) ein, um dort Gartenland mit Obstbäumen und eine kleine Landwirtschaft zu unterhalten. Am 11. September 1826 wird der Grundstein zur Alexander-Newski-Kirche gelegt, die im Beisein des russischen Kaiserpaares drei Jahre später provisorische eingeweiht wird. Das Dorf ist heute UNESCO-Weltkulturerbe, da es das einzige noch vorhandene russische Parkdorf ist, ganz so, wie zu Zeiten Zar Alexanders I..

Die Potsdamer Häuser wurden von dem russischen Hofarchitekten Carlo Rossi (1775-1849), das „Popenhaus“ mit der königlichen Teestube von August Richard Montferrant (1786-1858) und die Kirche von Vasilii Petrovitch Stasov (1769-1848) entworfen. Die Kirche greift als erste der Welt den altrussischen Baustil wieder auf, der unter Zar Nikolaus sogar kanonisch wurde und heute in orthodoxen Kirchen von Weimar bis Marseille anzutreffen ist.

Die Kolonie wird von der Denkmalpflege Potsdam intensiv betreut und mit privater Unterstützung wieder instand gesetzt. Dies konnte dennoch nicht die Trassen der Straßenbahn verhindern, die das Hyppodrom heute teilweise umziehen. Eine Teestube und ein kleines Museum sind geplant. 

Prof. Dr. Marcus Köhler
 

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Haus in der Kolonie Alexandrowka