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Haus Doorn

 
 
Kaiser Wilhelm II. vor Haus Dorn mit Lieblingshund Senta
Das letzte Viertel seines Lebens verbrachte Wilhelm II., der letzte regierende deutsche Kaiser und König von Preussen, in den Niederlanden. Vier Jahre Krieg an mehreren Fronten sowie Hunger und Elend in der Heimat hatten zum Ausbruch der Revolution geführt. Nachdem am 9. November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen worden war, ging Wilhelm II. den schweren Weg ins niederländische Exil.

Im Sommer 1919 konnte Wilhelm II. ein Landhaus mit Park und Nebengebäuden in der Provinz Utrecht käuflich erwerben: Haus Doorn. Bis zum Einzug in das neue Domizil dauerte es allerdings noch bis zum 15. Mai 1920. Haus Doorn musste modernisiert und teilweise umgebaut werden. Ein Torgebäude wurde neu errichtet. Die Nebengebäude konnten den neuen Bedürfnissen angepasst werden. Bis zur Fertigstellung aller Baumabnahmen verblieben Wilhelm II. und Auguste Viktoria weiterhin als Gäste in Schloss Amerongen.

Die neue Regierung in Berlin transferierte einen Teil des beschlagnahmten Geldes Wilhelms II. in die Niederlande und genehmigte den Transport von Möbeln, Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen aus den Wohnungen des Kaiserpaares in Berlin und Potsdam nach Doorn.

Wilhelm II. hatte sich auch schon während seiner 30jährigen Regierungszeit mit vielen Erinnerungen an seine Vorfahren umgeben. Die ihm wichtigsten waren der Grosse Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dessen erste Gemahlin Louise Henriette von Oranien-Nassau sowie Friedrich II. In beiden Wohnetagen des Kaiserpaares in Doorn kann man noch heute dem Traditionsdenken Wilhelms II. nachspüren. Dem Philosophen auf dem preussischen Königsthron ist sogar ein ganzer Raum gewidmet, das Rauchzimmer. Hier umgab sich Wilhelm II. mit Porträts von Friedrich dem Grossen und dessen Rheinsberger Freundeskreis, den berühmten Schnupftabakdosen sowie vielerlei anderen Erinnerungen.


Haus Doorn, Gelber Salon - Foto: J. D. van der Niet
Die Beletage diente dem offiziellen Hofzeremoniell, das in sehr verkleinerter Form beibehalten worden war. Vestibül, Speisezimmer, Empfangszimmer, Rauchzimmer und Damensalon waren dementsprechend mit wertvollsten Möbeln und Kunstwerken ausgestattet

Im 2. Stock befanden sich die privaten Wohnräume des Kaiserpaares. Nur besonders ausgewählte Besucher wurden in die Bibliothek oder sogar in das Schreibkabinett des Kaisers im Turm eingeladen. En miniature erlebten sie 500 Jahre Geschichte des Hauses Hohenzollern. Außerdem erschloss sich hier das besondere Interesse Wilhelms II. für die Seefahrt und die Archäologie.

Im Souterrain lagen Silberkammer, Weinkeller und kaiserliche Küche. In der ersten Dachetage wohnte das persönliche Dienstpersonal des Kaiserpaares. Auch die Kleiderkammern befanden sich hier. Der Stauraum direkt unter dem Dach diente als Möbelspeicher.

Erbe von Haus Doorn war nach dem Tod Wilhelms II. dessen ältester Sohn, Kronprinz Wilhelm. Er erfüllte das Vermächtnis seines Vaters. Seit 1942 öffnete Haus Doorn interessierten Besuchern seine Tore. Nach der Befreiung der Niederlande von deutscher Besetzung konfiszierte der niederländische Staat Haus Doorn als deutschen Feindbesitz. Nach einer Übergangsperiode wurden 1953 Gebäude und Inventar der niederländischen „Stiftung zur Verwaltung von Haus Doorn“ übertragen. Diese Stiftung hat die Aufgabe, sowohl Museum als auch Park im historischen Kontext des kaiserlichen Exils zu erhalten.

Ein Beschluss des niederländischen Staatssekretärs für Kultur im Jahr 2000 entzog dem Museum die Subventionen und kündigte die Schließung des Hauses an. Internationale und vor allem niederländische Proteste verhinderten die Auflösung des Museums. Eine finanzielle und strukturelle Neuorientierung, die eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland einschließt, deutet sich an.

Dr. Friedhild den Toom
 

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