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Schwedt

 
  Die viele Jahrhunderte lang vom brandenburgischen Kurhaus als Lehen vergebene Herrschaft Schwedt, wurde 1670 von Kurfürstin Dorothea, der zweiten Gemahlin des Großen Kurfürsten, mit eigenen Schatullgeldern zurückerworben und mit dem 1680 gekauften Amt Wildenbruch zur Herrschaft Schwedt-Wildenbruch vereinigt.

Mit Zustimmung ihres Gemahls begründete sie hier eine eigene markgräfliche Linie Brandenburg-Schwedt für ihre gemeinsame Nachkommenschaft aus zweiter Ehe.

Schon wenige Wochen nach dem Ankauf wurde der Holländer Cornelis Ryckwaert (gest. 1693) mit der Planung und Ausführung eines neuen Residenzschlosses beauftragt. Unter Verwendung älterer Bauteile des vormaligen Renaissanceschlosses entstand unmittelbar an der Oder ein großes repräsentatives Schloss nach Vorbild des Holländischen Klassizismus. Erst um 1684/1685 war das Schloss in Teilen bewohnbar. Bis zur Zerstörung des Schlosses 1945 hatten sich in einigen Räumen die Stuckdekorationen aus kurfürstlicher Zeit erhalten. Dorotheas ältester Sohn und erste Schwedter Markgraf → Philipp Wilhelm widmete sich weiterhin intensiv dem Ausbau seiner Herrschaft sowie der Erweiterung und kostbaren Ausstattung des Schlosses. Die rege Bautätigkeit setzte sich auch unter dem nachfolgenden Markgraf Friedrich Wilhelm fort. Von Bedeutung war die Um- und Neugestaltung von Innenräumen in den 1730/1740er Jahren, u. a. die des Großen Saales und der Schlosskapelle. In größerem Umfange wurde nun auch den planmäßigen Ausbau der Residenzstadt betrieben. Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Schwedter Markgrafen 1788 blieb das Schloss zunächst unbewohnt. 1794 erhielt es der zweite Sohn Friedrich Wilhelms II., Prinz Ludwig von Preussen übereignet, der mit Friederike von Mecklenburg-Strelitz, eine Schwester der damaligen Kronprinzessin Luise, zur Frau hatte. In der kurzen Zeit seines Besitzes ließ er durch den Architekten Friedrich Gilly eine Reihe von Zimmern neugestaltet. Bemerkenswert war ihre Ausstattung mit Berliner Papiertapeten. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Schloss kaum noch bewohnt und unterstand der Verwaltung der Hofkammer. Erst als Prinz Friedrich Heinrich von Preussen, der älteste Sohn des Prinzen Albrecht und Neffe Kaiser Wilhelms I., von 1904 bis 1908 ein in Schwedt stationiertes Dragonerregiment befehligte, beherbergte das Schloss wieder auf längere Zeit ein königliches Familienmitglied. Bis 1945 verblieb Schwedt im Privatbesitz der Hohenzollern. Im Frühjahr 1945 brannte das Schloss durch Granatbeschuss vollständig aus. Die Ruine wurde trotz Widerstand der Denkmalbehörden 1962 abgerissen.

Claudia Sommer
 

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