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Schloß und Garten Caputh

 
 
Schloss Caputh
Unweit von Potsdam liegt am südlichen Havelufer der kleine kurfürstlich-königliche Landsitz Caputh. Das frühbarocke Schloss ist der einzige erhaltene Schlossbau aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg in der Potsdamer Kulturlandschaft.

Bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte ein Teil der Caputher Güter zum Besitz des Hauses Hohenzollern, dem brandenburgischen Kurfürstenhaus. Ab 1594 ließ sich die Kurfürstin Katharina ein neues Haus errichten. Diese Anlage ging in den Wirren des 30jährigen Krieges verloren. 1662 übergab der Große Kurfürst das Anwesen seinem späteren Generalquartiermeister Philipp de Chieze, der unter Verwendung von Resten des Vorgängerschlosses ein schlichtes  Landhaus errichtete. 1671 erwarb der Kurfürst das Gut zurück und schenkte es seiner zweiten Gemahlin, der Kurfürstin Dorothea, in deren Auftrag Veränderungen in und am Schloss erfolgten. Die Südseite erhielt zwei quadratische Pavillonanbauten. An der nördlichen Gartenfassade wurde eine doppelläufig geschwungene Freitreppe angefügt, die zu den im Obergeschoss liegenden Wohnräumen führt. Die Gemächer und Kabinette waren mit kostbaren Ledertapeten, Brokat- oder Atlasstoffen ausgestattet. Zur Einrichtung gehörten Lackmöbel, große Spiegel, Marmorskulpturen, Porzellane, Fayencen, Silbergerät und über 300 Gemälde. In fast allen Räumen blieben bis heute die ursprünglichen Deckengestaltungen mit Gemälden und Stuckaturen erhalten.

Eine glanzvolle Zeit erlebte das Schloss Caputh auch unter Kurfürst Friedrich III., ab 1701 König Friedrich I. in Preussen, der für die weitere Ausstattung sorgte. 1709 empfing er hier den Kurfürsten Friedrich August von Sachsen und den König Friedrich IV. von Dänemark zu einem prächtigen Fest im Barockgarten. König Friedrich Wilhelm I. nutzte Caputh für gelegentliche Jagdaufenthalte und ließ den Fliesensaal mit ca. 7500 holländischen Fayencefliesen im Souterrain des Hauses einrichten.

Friedrich II., der kein Interesse an dem kleinen barocken Landsitz hatte, verpachtete das Gut, später wurde es von der Krone verkauft. Ab 1820 gehörte das Anwesen der Familie von Thümen. Die letzten privaten Eigentümer ließen im Rahmen einer grundlegenden Sanierung 1908 den hofseitigen Anbau anfügen. Das im Zug der Bodenreform enteignete Schlossensemble diente ab 1947 verschiedenen berufsbildenden Einrichtungen. Im November 1995 übernahm die Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Liegenschaft und führte umfangreiche Bau- und Restaurierungsarbeiten durch. Seit 1998 ist das Schloss Caputh der Öffentlichkeit als Schlossmuseum zugänglich.


Gartenansicht heute
Der Garten

Der Erwerb Capuths für die Kurfürstin Katharina im Jahre 1594 ist der Beginn der hiesigen Gartengestaltung. Über den recht kleinen Garten, der durch eine Musterwirtschaft mit Weinberg, Obstgarten und Fischteichen ergänzt wurde, ist leider wenig bekannt. Als nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges Philipp de Chieze das Schloss für sich ausbaute, ließ er einen regelmäßigen Lustgarten in Richtung Havel anlegen und die Lindenallee nach Westen pflanzen. Merkmale des Gartens, der bald wieder an den Kurfürsten fiel, waren  Springbrunnen, Blumenparterres sowie sein Reichtum an Obstbäumen und Skulpturen. Auf der Hofseite standen schon damals zwei Linden. Die Blüte des barocken Gartens währte nicht lange. Im 18. Jahrhundert folgte eine Zeit der Verpachtung und wirtschaftlicher Nutzungen. Bei der Übernahme durch die Familie von Thümen regierten in der Gartenkunst schon andere Gestaltungsprinzipien; in Anlehnung an einen Verschönerungsplan von Peter Joseph Lenné wurde ein kleiner landschaftlicher Garten geschaffen, dessen prägende Altbäume noch heute vorhanden sind und von dessen Wegen große Abschnitte gefunden und wiederhergestellt werden konnten. Die wenigen Überreste des älteren Barockgartens sind zur Veranschaulichung  der langen Geschichte in die Anlage integriert. Durch die wenig später von Lenné geplante Uferchaussee erhielt Caputh eine sehr reizvolle Verbindung mit der Potsdamer Gartenlandschaft.

Petra Reichelt

 

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