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Oskar Prinz von Preussen

 
 
Prinz Oskar von Preussen, 1911 (Archiv Burg Hohenzollern)
* 27.7.1888 im Marmorpalais zu Potsdam
† 27.1.1958 in München
Grabstätte: St. Michaels-Bastei, Burg Hohenzollern

1927-1958 Herrenmeister des Johanniterordens

Vermählt am 31. Juli 1914 im Berliner Schloss Bellevue mit Gräfin Ina Marie von Bassewitz

4 Kinder



Der fünfte Sohn Kaiser Wilhelms II. wurde im „Dreikaiserjahr" 1888 geboren und erhielt bei der Taufe im Berliner Schloss den Namen seines Patenonkels, des schwedischen Königs Oskar. Seine militärische Ausbildung schloss Prinz Oskar im Kadettenhaus in Plön mit dem Abitur ab. Nach dem Besuch der Kriegsschule auf dem Potsdamer Brauhausberg studierte er an der Universität Bonn Staatswissenschaften. Im Juli 1914 heiratete der Kaisersohn im Berliner Schloss Bellevue die gleichaltrige Gräfin Ina Maria von Bassewitz.

Schon seit einigen Jahren hegte er den Wunsch die Gräfin, die als Ehrendame dem Hofstaat der Kaiserin Auguste Viktoria angehörte, zu heiraten. Die Familie Ina Maries gehörte zwar zu den ältesten mecklenburgischen Adelsgeschlechtern, war dem Haus Hohenzollern jedoch nicht ebenbürtig. Wilhelm II. zögerte fast zwei Jahre, bevor er seine Einwilligung zur Eheschließung gab. Nach der Heirat bezog das Prinzenpaar die am Fuße des Potsdamer Pfingstberges gelegene Villa Quandt. Den spätklassizistischen Wohnsitz hatte Wilhelm II. im Jahre 1914 für die Hofhaltung seines Sohnes erworben. Das in überaus glücklicher Ehe lebende Paar hatte vier Kinder.

Als Kommandeur der Liegnitzer Königs-Grenadiere zog der Prinz in den Ersten Weltkrieg.

Die Nachricht vom Thronverlust seines Vaters erreichte ihn in Potsdam. Als Ausdruck der Niedergeschlagenheit in den Wochen nach der Novemberrevolution gab er, seiner im Dezember 1918 geborenen Tochter, den Namen Herzeleide.


Prinz Oskar mit Gemahlin und Söhnen. Die Aufnahme entstand am Tage der Konfirmation des Prinzen Wilhelm Karl, 1936 (Sammlung Kirschstein)
Eine neue Lebensaufgabe fand Oskar in der Übernahme der Funktion als Herrenmeister des Johanniterordens, die er im Jahre 1927 von seinem Bruder Eitel Friedrich übernahm. Oskar war während der Weimarer Republik als einfacher Soldat dem „Stahlhelm", einem monarchistisch gesinnten Frontkämpferbund, beigetreten. Nach der Auflösung des Bundes durch die Nationalsozialisten, widmete er sich vor allem seiner Aufgabe als Herrenmeister des Johanniterordens. In der Zeit des Nationalsozialismus hielt sich Prinz Oskar bewusst im Hintergrund. Der Kaisersohn diente als Offizier im Kriege, bis ein Verbot Hitlers alle Angehörigen ehemals regierender Fürstenhäuser die Ausübung militärischer Tätigkeiten untersagte. Sein ältester Sohn Oskar jr., fiel nur wenige Tage nach Kriegsbeginn während des Polenfeldzuges an der Widawka. Durch sein schlichtes Wesen und seinen einfachen bürgerlichen Lebensstil, erfreute sich Prinz Oskar großer Beliebtheit. Am 12. April 1945, zwei Tage vor dem schweren Luftangriff auf seine Heimatstadt Potsdam, der viele historische Gebäude, wie das Stadtschloss und die Garnisonkirche zum Oper fielen, verließ Prinz Oskar als letzter der Hohenzollernfamilie die einstige preussische Residenzstadt.

Nach dem Kriege fanden der Kaisersohn und seine Gemahlin Zuflucht im niedersächsischen Westerbrak, Kreis Holzminden. 1952 bezogen sie eine kleine Wohnung in Bonn, die ihnen der Johanniterorden zur Verfügung stellte. Als Herrenmeister des Ordens erwarb sich Oskar nach dem Kriege große Verdienste. Unter anderem verhandelte er mit den Alliierten um die Rückgabe der Ordenskrankenhäuser. Mitte der 50ger Jahre zwangen Prinz Oskar gesundheitliche Probleme, sich gesellschaftlich zurückzuziehen. Am 27. Januar 1958, dem 99. Geburtstag Wilhelms II., erlag der letzte noch lebende Sohn des Kaisers in einer Münchener Klinik einem Krebsleiden. Seinem Wunsch gemäß wurde er auf der St. Michaels-Bastei der Burg Hohenzollern neben seinem Bruder Kronprinz Wilhelm beigesetzt. Seine Gemahlin Ina Marie verstarb im Jahre 1973.

Jörg Kirschstein
 
 
 
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