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Eitel Friedrich Prinz von Preussen

 
 
Prinz Eitel Friedrich von Preussen, um 1935 (Sammlung Kirschstein)
* 7.7.1883 im Marmorpalais zu Potsdam
† 8.12.1942 in der Villa Ingenheim, Potsdam
Begräbnisstätte: Antikentempel im Park zu Sanssouci

1907 - 1926 Herrenmeister des Johanniter Ordens

Vermählt am 27. Februar 1906 im Berliner Schloss mit Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg (gesch. 1926)

Ohne Nachkommen



Schon früh fiel der zweite Sohn Kaiser Wilhelms II. durch Pflichttreue und eine besondere Vorliebe für das Militär auf. Er galt als schlicht, einfach und treu. Als 19jähriger unternahm er mit seinem Bruder Kronprinz Wilhelm eine Reise in den Nahen Orient. Stationen waren Süditalien, Korfu, Ägypten sowie ein Aufenthalt in Athen. In Potsdam kommandierte der Prinz als Oberst das 1. Garderegiment zu Fuß.

Am 27. Februar 1906, dem Tage der Silberhochzeit des Kaiserpaares, heiratete Eitel Friedrich die vier Jahre ältere Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg. Wenige Monate später bezog das Paar die geräumige Villa Ingenheim an der Havel in Potsdam. Im Jahr nach der Eheschließung wurde der Kaisersohn zum Herrenmeister des Johanniter Ordens gewählt. Mit dem Amt des Statthalters von Pommern bekam Prinz Eitel Friedrich im Jahre 1911 eine weitere Aufgabe übertragen. Diese Funktion hatten vor ihm bereits König Friedrich Wilhelm IV. und Kaiser Friedrich III. inne. Der von der Bevölkerung in Pommern erwartete Umzug des Prinzenpaares in das Residenzschloss nach Stettin, blieb jedoch aus.

Seit dem Beginn des Ersten Weltkrieges führte der Prinz die 1. Garde-Infanterie-Brigade. Im April 1915 wurde er zum Befehlshaber der 1. Garde-Invanterie-Division, die er bis 1918 kommandierte. Nach dem Ende des Krieges wurde Eitel Friedrich von seinen militärischen Ämtern enthoben.


Prinz Eitel Friedrich als Herrenmeister des Johanniter Ordens, 1907 (Archiv Burg Hohenzollern)
Nachdem Kaiser Wilhelm II. sowie Kronprinz Wilhelm nach dem Sturz der Monarchie ins niederländische Exil gingen, blieb Prinz Eitel Friedrich in Deutschland. Als ranghöchstes Mitglied des Hauses Hohenzollern war er nun für die kaiserliche Familie verantwortlich. Am 20.11.1918 bezog die Kaiserin zwei Zimmer der Villa Ingenheim, da ein weiterer Aufenthalt im Neuen Palais nicht möglich war. Bereits acht Tage später hatte Eitel Friedrich die Ausreisegenehmigung für seine Mutter erhalten. Sie konnte nun ihrem Ehemann ins niederländische Amerongen folgen.

Die kinderlose Ehe des Kaisersohnes war in den Jahren nach der Revolution gescheitert, so dass sich die Prinzessin Sophie Charlotte 1926 von ihrem Mann scheiden ließ. Schon bald darauf heiratete sie ihre Jugendliebe, den Rittmeister a. D. Harald von Hedemann. Dem Haushalt der Villa Ingenheim stand nun die verwitwete Gräfin Mellin vor. Der Prinz beabsichtigte die Gräfin zu heiraten, als jedoch der Kaiser seine Zustimmung versagte, fügte sich Eitel Friedrich.

In der Weimarer Republik war Eitel Friedrich Mitglied des monarchistischen „Bundes der Aufrechten" und des „Stahlhelms". Mit der intensiven Traditionspflege dieser Verbände, hatte er eine neue Lebensaufgabe gefunden. Nachdem sich die Organisationen immer mehr den Nationalsozialisten zuwandten, zog sich der Prinz ganz ins Privatleben zurück. Er lebte ohne größere gesellschaftliche Kontakte in seiner Potsdamer Villa, wo er am 8. Dezember 1942 im Alter von 59 Jahren verstarb. Hitler verbot eine Beisetzung mit militärischen Ehren. Kriegskameraden des Prinzen aus dem Ersten Weltkrieg durften nur in Zivil an der Trauerfeier und der anschließenden Beisetzung im Antikentempel teilnehmen.

Jörg Kirschstein
 
 
 
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