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Sophie Prinzessin von Preussen, Königin von Griechenland

 
 
Sophie Prinzessin von Preussen, 1888
* 14.6.1870 im Neuen Palais zu Potsdam
† 13.1.1932 in Frankfurt a. Main
Begräbnisstätte: Griechisch-orthodoxe Kirche in Florenz, 1936 Überführung in den Familienfriedhof im Park des Tatoi Palastes, Griechenland

Vermählt am 27.10.1889 mit Prinz Konstantin von Griechenland, dem späteren König Konstantin I.

6 Kinder



Sophie, im Familienkreis „Sossy" genannt, sollte als einzige Tochter des Kronprinzen Friedrich Wilhlem (Friedrich III.) und seiner Gemahlin Victoria einen Thron besteigen - sie wurde Königin von Griechenland.

Die Verlobung mit Kronprinz Constantin, dem ältesten Sohn von König Georg I. von Griechenland, fand kurz nach dem Tod ihres Vaters statt. Die Hochzeit wurde im Oktober 1889 in Athen gefeiert - der einzige Anlass, an dem die Mutter der Braut, die sich im Gedenken an ihren Mann Kaiserin Friedrich nannte, ihre Witwenkleidung jemals ablegte. Trotz der grossen Zustimmung der Grossmutter Queen Victoria und des Bruders Wilhelm II., hatte Kaiserin Friedrich grosse Vorbehalte zu dieser Verbindung: Der griechische Thron war unsicher und das Land galt als unterentwickelt.

Ein intensiver Briefwechsel zwischen Mutter und Tochter geben Einblick in das häusliche Leben des griechischen Kronprinzenpaares, das im englischen Stil geführt wurde, wie auch das Paar untereinander Englisch sprach. Sie geben aber auch Zeugnis über das Mass an Engagement, das Kaiserin Friedrich der neuen Aufgabe ihrer Tochter entgegenbrachte. Die Antworten Sophies lassen oft spüren, dass die endlosen Ratschläge nicht immer willkommen waren. Dennoch folgt sie in vielem dem Beispiel ihrer Mutter, kümmert sich intensiv um das Gesundheitswesen, hygienische Verbesserungen, das Schulwesen und die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Frauen durch die Förderung von Kunsthandwerk. Sophie und Konstantin wurden Eltern von drei Söhnen und drei Töchtern.

Im Jahr 1891 entschloss sich Sophie, zum orthodoxen Glauben zu konvertieren. Dies führte zum Bruch mit ihrem Bruder Kaiser Wilhelm II., ganz besonders aber dessen Frau, der Kaiserin Auguste Victoria, weil diese sie für eine Fehlgeburt infolge der Aufregungen verantwortlich machte. Es wurde Sophie und ihrer Familie untersagt, Deutschland zu betreten. Auf Anraten der Kaiserin Friedrich ignorierte sie diese Order, und allmählich normalisierte sich das Verhältnis zwischen den Geschwistern wieder.


Kronprinzessin Sophie von Griechenland im Kreise ihrer Familie, um 1910
Im Jahr 1913 fiel Sophies Schwiegervater, König Georg von Griechenland, einem Attentat zum Opfer und Konstantin folgte ihm auf dem Thron. Zunächst war er sehr populär, nicht zuletzt durch seinen Erfolg im Krieg gegen die Türkei und Bulgarien. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 war Konstantin entschlossen, dass Griechenland neutral bleiben sollte. Die Regierung und die Alliierten drängten darauf, sich gegen Deutschland zu stellen. Man warf dem König Deutschfreundlichkeit vor - und selbstverständlich ging man davon aus, dass die Königin ihren Bruder Kaiser Wilhelm II. unterstützte. Der königliche Palast in Tatoi wurde durch ein Feuer zerstört und nach der Blockade der Alliierten sah sich Konstantin gezwungen, mit seiner Familie in die Schweiz ins Exil zu gehen.

Der älteste Sohn, Georg, wurde ebenfalls verdächtigt, mit den Deutschen zusammenzuarbeiten, so war es der zweite Sohn, Alexander, der seinem Vater auf dem Thron folgte. Schon 1920 starb Alexander, an den Folgen eines Affenbisses. Nun wurde der dritte Sohn, Paul, aufgefordert, die Thronfolge zu übernehmen. Nachdem dieser ablehnte, wurde Konstantin nach einem Regierungswechsel und einer Volksabstimmung aus dem Exil zurückgeholt und vom Volk enthusiastisch begrüsst. Doch auch dies sollte nur von kurzer Dauer sein. Nach einer gescheiterten Kampagne gegen die Türkei wurden Sophie und Konstantin im Jahr 1922 erneut gezwungen, das Land zu verlassen. Die Krone ging an den ältesten Sohn, Georg, über. Konstantin starb wenige Wochen später an einer Gehirnblutung in Palermo. In späteren Jahren wurde auch Paul König, was er zu Lebzeiten seines Vaters abgelehnt hatte. So wurden alle drei Söhne Sophies zu Königen von Griechenland.

Sophie verlebte ihre letzten Jahre in Florenz. Sie starb am 13. Januar 1932 in Frankfurt a. Main, wo sie sich gegen ihr Krebsleiden behandeln liess. Bestattet wurde sie an der Seite ihres Mannes in der griechisch-orthodoxen Kirche von Florenz. Im November 1936 liess man die Särge nach Griechenland überführen.

Michaela Blankart
 
 
 
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