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Kaiserin Victoria, Teil 2

 
  Aussergewöhnlich gebildet wie sie war,  umfassten ihre Interessen neben der Politik jedoch auch Kunst, Philosophie, das Sozialwesen und die Frauenbildung. Daraus resultierte ihr großes Engagement für diese Fragen, welches weit über das hinausging, was von einer Prinzessin und späteren Kaiserin erwartet wurde.

Auf Victorias Initiative und unter ihrer Leitung wurden wesentliche Reformen in der schulischen und gewerblichen Ausbildung von Frauen durchgeführt, um ihnen eine selbständige Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Die Notwendigkeit, soziale Verbesserungen für den Arbeiterstand durchzuführen, nahm sie zum Anlass, die „Heimstätten für genesende Arbeiter und Arbeiterinnen“ zu gründen. Die Schaffung von Sozialwohnungen für Arbeiter war ihr ein besonderes Anliegen. Auch an der Entwicklung des Genossenschaftswesen, begründet durch Schulze-Delitzsch, nahm sie regen Anteil. Entscheidend hat sie auf dem Gebiet der Verbesserung der Krankenpflege gewirkt. Angeregt durch die verheerenden Zustände in den Lazaretten der Kriege von 1866 und 1870/71 gründete sie die Vereinigung der „Victoria Schwestern" und eröffnete ihre eigenen Lazarette. Auch die Gründung des Reichsgesundheitsamtes geht auf ihre Initiative zurück.

Herausragend war ihr Engagement für Kunst und Wissenschaft. Selbst eine begabte Künstlerin und Kunstsammlerin, regte sie die Einrichtung des Kunstgewerbemuseums an. Ihre Salons im Kronprinzenpalais und im Neuen Palais zu Potsdam wie auch in späteren Jahren auf ihrem Witwensitz Friedrichshof in Kronberg waren stets offen für die bedeutenden Wissenschaftler ihrer Zeit, die sie nach Kräften förderte.

Ihr Gatte, Friedrich III., war bei seiner Thronbesteigung am 9. März 1888 bereits von schwerer Krankheit gezeichnet. Nur 99 Tage später, am 15. Juni 1888, starb er im Neuen Palais (von ihm in „Friedrichskron“ umbenannt) zu Potsdam. Die Politik Wilhelms II. stand in nahezu allen Punkten in Opposition zu dem, woran seine Eltern glaubten und in lang geplanten Reformen verwirklichen wollten. Victoria, die sich nunmehr im Gedenken an ihren Mann „Kaiserin Friedrich“ nannte, zog sich politisch isoliert auf ihren Witwensitz Friedrichshof in Kronberg i. Taunus zurück, wo sie am 5. August 1901 nach qualvollem Krebsleiden starb. Sie fand ihre letzte Ruhe im Mausoleum der Friedenskirche zu Potsdam, an der Seite ihres Mannes.

Michaela Blankart
 
 
 
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Kaiserin Friedrich um 1900