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Friederike Luise von Hessen-Darmstadt

 
 
* 16.10.1751 Prenzlau/Uckermark
† 14.8.1805 Berlin
Begräbnisstätte: Dom zu Berlin

Vermählt am 14.7.1769 mit dem späteren König Friedrich Wilhelm II.

7 Kinder

Prinzessin Friederike Luise war eine von fünf Töchtern Landgraf Ludwigs IX. von Hessen-Darmstadt und seiner Gemahlin Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken, deren Geistesgaben Friedrich den Großen sehr beeindruckten. Der Landgraf hatte lange Jahre, ehe er 1768 die Regierung in Hessen antrat, als Heerführer in preussischen Diensten gestanden und oft in Berlin, meist aber in Prenzlau gewohnt. Prinzessin Friederike Luise war keine Schönheit, aber gutmütig,  von robuster Gesundheit und durch ihre Mutter umfassend erzogen worden. Als Friedrich der Große für seinen Neffen, den Thronfolger Friedrich Wilhelm (II.), um ihre Hand anhielt, war man am Darmstädter Hof hoch geehrt. Gleichzeitig aber hatte man auch das Schicksal der geschiedenen ersten Gemahlin des Prinzen von Preussen vor Augen und kannte sein Verhältnis zur jungen Wilhelmine Encke, deren Aufstieg von der leidenschaftlichen Geliebten zur lebenslänglichen Vertrauten 1794 mit dem Adelstitel einer “Gräfin Lichtenau” gekrönt werden sollte.

Trotz dieser Bedenken wurde das Brautpaar am 14. Juni 1769 in der Charlottenburger Schlosskapelle durch Konsistorialrat August Friedrich Wilhelm Sack, der 1765 auch die erste Ehe Friedrich Wilhelms eingesegnet hatte, getraut.

Anfangs noch voller Hoffnung, ihrem Gemahl wenigstens eine gute Gefährtin sein zu können, zeigten die amourösen Abenteuer Friedrich Wilhelms II. - neben Wilhelmine Encke unterhielt er zahlreiche Liebschaften und führte noch zwei legitimierte morganatische Verbindungen – dass sie sich mit ihrem prophezeiten Schicksal einer “Ehe im Schatten” abzufinden hatte. Erfüllung fand sie in der Beschäftigung mit ihrer wachsenden Familie, der ihre treue Fürsorge galt. Am 3. August 1770 schenkte sie einem Sohn das Leben; als Friedrich Wilhelm III. sollte er seinem Vater nachfolgen. Über die Geburt dieses Großneffen freute sich insbesondere Friedrich der Große, der schon befürchtet hatte, die Dynastie werde aussterben. Er übernahm die Patenschaft und kümmerte sich auch um die weitere Erziehung des Knaben, den er in seinem Sinne zu beeinflussen suchte. Dem Kronprinzen folgten bis 1783 noch drei Brüder und drei Schwestern, die sich ebenfalls der königlichen Zuwendung sicher sein konnten und bei der Mutter in Schloss Monbijou aufwuchsen.

Friederike Luises häufige Klagen über die wachsende Entfremdung ihres Gemahls beantwortete die kluge hessische Landgräfin mit guten Ratschlägen; sie solle ihren Missmut nie offen zeigen und auch mehr Sorgfalt auf ihr Äußeres verwenden. Das skurrile Erscheinungsbild ihrer Tochter, die in ständiger Gespensterfurcht lebend die Nacht zum Tage gemacht haben soll, war aber auch der Mutter nicht verborgen geblieben. Nach ihrem Tod 1774 und dem Ableben Friedrichs des Großen 1786 besaß Friederike Luise keine Fürsprecher mehr. Die Demütigungen seitens des Königs gipfelten nun in zwei kurz nacheinander geschlossenen Ehen “zur linken Hand” mit der Gräfin Voß und der Gräfin Dönhoff, zu denen die Königin notgedrungen ihre Zustimmung geben musste, die sie allerdings von finanziellen Zuwendungen abhängig machte. Abstand von den höfischen Intrigen fand sie während der regelmäßigen Sommeraufenthalte in Bad Freienwalde, das sie 1788 kennengelernt hatte. Fast 15 Jahre prägte sie das gesellschaftliche Leben des kleinen Städtchens und trug damit  zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung bei.  Sichtbar wurde dies in der landschaftsgärtnerischen Gestaltung der Umgebung des Gesundbrunnens mit bequemen Wegen, Aussichtspunkten und einladenden Ruheplätzen. Neben den öffentlichen Anlagen entstanden auch Partien und Gebäude, die nur der Königin und ihrer kleinen Hofgesellschaft vorbehalten waren. Dazu gehörte ein nach 1792 entstandener romantisch-sentimentaler Lustgarten am Apotheker- oder Weinberg, unmittelbar vor den Toren der Stadt. Dort liess sich Friederike Luise nach dem Tod ihres Gemahls 1797 eine standesgemäße Unterkunft mit entsprechenden Nebengebäuden errichten.

Zuvor hatte sie jahrelang in Bürgerhäusern zur Miete gewohnt oder im “Gelben Haus”, einem Pavillon am Gesundbrunnen, logiert. Im Frühjahr 1798 übernahm der Berliner Geheime Oberbaurat David Gilly die Leitung des bereits vom örtlichen Maurermeister Hilke nach Angaben der Königinwitwe begonnenen Projekts, 1799 war der Bau des Sommerpalais beendet. Die Kosten beliefen sich auf 20.600 Reichstaler. In Freienwalde unterhielt Friederike Luise ein bescheidenes Hofleben und soll in verschiedenen Künsten dilettiert haben. Überliefert sind Opern- und Schauspielaufführungen im Pavillon, dem sogenannten Teehäuschen sowie Konzerte und Gartenfeste. Eine besondere Freude war stets der Besuch ihrer Kinder und Enkel.

Sie starb am 25. Februar 1805 an den Folgen eines Schlaganfalls und fand ihre letzte Ruhe in der Gruft des Berliner Doms.

Rudolf G. Scharmann
 
 
 
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Joseph Friedrich August Darbes, Friederike Luise Königin von Preussen, 1788