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Samuel von Cocceji

 
 
* 20.10.1679 in Heidelberg
† 4.10.1755 in Berlin

Cocceji war ein wichtiger Jurist und einflussreicher Staatsmann in der Zeit Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs II. 1702 Professor in Frankfurt/Oder, 1723 Kammergerichtspräsident, 1738 Chef der preussischen Justiz und seit 1747 Großkanzler, 1749 erhob ihn der König in den Adelsstand.

Bereits der Vater Samuels, Heinrich, war ein sehr gebildeter Jurist und in Heidelberg als Nachfolger S. Pufendorfs seit 1672 Professor. Daher überraschte es nicht, dass der junge Cocceji ebenfalls das Recht studierte und darin seine Berufung fand. Er arbeitete nicht nur an der Modernisierung des aus dem Jahre 1685 stammenden preussischen Landrechts, sondern seit 1738 auch an der Reform der Justiz des gesamten Landes. Nachdem seine Vorstellungen Friedrich Wilhelm I. zu weit gingen und er ihn bereits 1739 wieder abberief, kam Cocceji der Wechsel auf dem Königsthron ganz gelegen. Friedrich II. bestellte ihn zum Grosskanzler und stattete ihn mit weitreichenden Vollmachten zur Justizreform aus. Sein Handeln war dabei auf eine verbesserte Ausbildung des Personals, einheitliche Besoldung der Richter, die Abschaffung prozessualer Mißstände und die Beseitigung von konkurrierenden Zuständigkeiten gerichtet.



Mit seinem Namen verbindet sich aber insbesondere das 1748 geschaffene Tribunal. Mit diesem etablierte sich nicht nur erstmals ein für alle Instanzen verbindlicher höchster Gerichtshof, sondern seine Einrichtung markiert das Ende des Vorrangs der ständischen Ordnung gegenüber dem Willen zur Verwirklichung von Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit besteht nun nicht mehr im Vorhandensein der Ordnung an sich und kann demzufolge nur durch Erhalt der Ordnung gesichert werden, sondern sie muss gegenüber der Person durchgesetzt und gestaltet werden. Cocceji ließ sich auch durch noch so zermürbenden Widerstand nicht von seinem Vorhaben abbringen und wurde dadurch zu einem der maßgeblichen Baumeister Preussens als Rechtsstaat.

Thomas Roloff
 
 
 
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Samuel von Cocceji