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Märkische Allgemeine, 15. September 2003

 
 

Golm im Aufbruch - Festveranstaltung zu 120 Jahre Grundsteinlegung der Golmer Kirche

GOLM - "Seien Sie herzlich zum nächsten Jubiläum eingeladen." Mit dieser Aufforderung verabschiedete Ulrich Buller, Leiter des Fraunhofer Instituts und Mitglied des Kirchbauvereins, die Kultur- und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka - eine augenzwinkernde Aufforderung, einmal ein persönliches Jubiläum in dem herrlichen Backsteinbau zu feiern. Die Ministerin war am Sonnabend der Einladung des Kirchbauvereins zur Feier "120 Jahre Grundsteinlegung der Kaiser-Friedrich-Kirche" gefolgt. In ihrem Festvortag "Golm im Aufbruch" wies sie auf die Bedeutung der Kirche als Bindeglied zwischen der Wissenschaft und der Golmer Bevölkerung hin. Gerade in Zeiten des Aufbruchs, wie er sich gegenwärtig in Golm vollzieht, das sich zu einem internationalen Wissenschaftsstandort entwickelt, betonte Wanka, sei die Zusammenarbeit im Kleinen wichtig. Dabei spiele die Kirche als ein Element der Identifizierung mit dem Ort eine wichtige Rolle. Dass die Golmer immer zu ihrer Kirche gestanden haben und nun auch die Neugolmer sich einbringen, macht u.a. das Engagement des Kirchbauvereins deutlich.

Wenn das Gotteshaus auch nicht das Schicksal von Bauwerken anderer Dörfer teilen musste, die nicht mehr genutzt werden konnten, so entstanden durch Krieg und Witterungseinflüsse in den vergangenen Jahrzehnten große Schäden. Was alles getan werden muss, darüber informierte Andreas Kitschke von dem mit der Planung beauftragten Architekturbüro Redlich. Begonnen werden soll mit der Turmsanierung und der Wiederherstellung des Turmreiters. Dann sind die Dach- und die Fassadensanierung vorgesehen. Wenn danach noch die Möglichkeit gegeben ist, sollten nach Ansicht von Kitschke Restaurierungsarbeiten im Inneren erfolgen. Und er geht noch einen Schritt weiter: "Als Sahnehäubchen würde ich mir wünschen, dass sich Sponsoren finden, die den Nachguss der verloren gegangenen zwei Glocken ermöglichen." Von den einst drei Glocken ist nur eine übrig geblieben.

Dass die Golmer Kirche nicht nur eines der schönsten Backsteinbauwerke Brandenburgs ist, sondern auch eine interessante Entstehungsgeschichte hat, das konnten die Gäste der Jubiläumsfeier dem spannenden Vortrag Jan Feustels über das von 1883 bis 1886 entstandene Bauwerk entnehmen. Da die Kirche durch Fürsprache und Engagement des kronprinzlichen Paars Friedrich Wilhelm, dem späteren Kaiser Friedrich III., und Viktoria entstand, war sein Nachfahre, Prinz Georg Friedrich von Preußen, eingeladen. In seiner Vertretung nahm die Beauftragte für Berlin Brandenburg, Michaela Blankart, an den Feierlichkeiten teil. Sichtlich beeindruckt von dem Bauwerk und dem Einsatz des Kirchbauvereins, wurde die in Berlin lebende Bayerin spontan Mitglied dieser Fördergemeinschaft.

Dieter Dahlke, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, machte in seiner Ansprache noch einmal auf die Aktivitäten in der Kirche, die Arbeitskreise Diakonie, Hauskreis, Mutter und Kind und Seniorenkreis aufmerksam. Für ihre Mühe bei der Verschönerung des Kirchenumfeldes dankte er Karin Schneider und Siegfried Mohr. Da für die geplanten Arbeiten an der Kirche viel Geld benötigt wird, von dem ein Drittel die Kirchengemeinde aufbringen muss, warben die Vertreter des Vereins wieder für Spenden. Auch ein Kaffee- und Kuchenbasar diente dem guten Zweck. Musikalisch begleitet wurde die Jubiläumsfeier von Kantor Matthias Trommer (Orgel) und Musikstudenten der Uni Potsdam. Trommer hat übrigens eine besondere Beziehung zu der von Schuke restaurierten Orgel. Während der Instandsetzungsarbeiten half er unentgeltlich mit. Spenden für die Sanierung der Kirche bittet der Kirchbauverein, auf das Konto 1566260014, Bank für Kirche und Diakonie Duisburg, BLZ: 35060190, zu überweisen.

Dietmar Streuber


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