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Friedrich der Große, die Musik und Europa
9. bis 24. Juni 2012
1740 besteigt in Preußen ein König den Thron, der in harter Lehre durch seinen Vater gelernt hat, seine künstlerische Empfänglichkeit und sein philosophisches Interesse mit Disziplin und Strenge zu verbinden. Darüber hinaus ist er ein Intendant mit ausgebildetem Geschmack: Friedrich II. umgibt sich in Berlin und seinem neuen Potsdamer Schloss Sanssouci mit herausragenden Vertretern aller Künste, um sich und seinen jungen Staat Brandenburg-Preußen als Gesamtkunstwerk zu inszenieren und sich auf europäischer Bühne einen Platz zu erobern.
Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2012 starten ihre Suche an den Originalschauplätzen des friderizianischen Musizierens, wo die Musiker Quantz, Benda, Graun und Carl Philipp Emanuel Bach im glänzendsten Orchester Europas zu finden waren, und lenken den Blick von hier zu den europäischen Zentren des Rokoko.
Die höfische Kultur Potsdams, mit ihren Einflüssen aus französischer Literatur und italienischer Oper, verhilft den Künstlern dazu, eigene Positionen im europäischen Konzert zu formulieren. Doch auch jenseits des Hofes üben Potsdam und Berlin mit ihrer liberalen, freigeistigen Atmosphäre große Anziehungskraft auf Vordenker und Künstler aus, die einem neuen, bürgerlich orientierten Ideal folgen: Die Empfindsamkeit gibt sich nicht mehr mit Formel und Affekt zufrieden, sie will die Herzen rühren. Nach den erbitterten Territorialschlachten des Siebenjährigen Krieges, als Friedrich kulturell erstarrt, überschreiten Potsdams Musen schließlich die Grenzen Brandenburgs und erobern Europa.
Potsdam, diverse Veranstaltungsorte
09.06.2012 - 24.06.2012
www.musikfestspiele-potsdam.de

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