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Friedrichwerdersche Kirche

 
  In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Museen, dem Zeughaus, des Opernhauses, der Universität und der alten Bibliothek setzt sich der Bau der Friedrichwerderschen Kirche durch seine schlichte Backsteinarchitektur von seiner Umgebung ab. Obgleich Karl Friedrich Schinkel der Architekt des 1825 entstanden Baus ist, geht die neogotische Fassade auf die Anregungen und Wünsche des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren Friedrich Wilhelm IV. zurück.

Immer wieder wurden von Schinkel Pläne für die Kirche eingereicht, die der Kronprinz veränderte. Statt eines klassizistischen, tempelartigen Säulenbaus zog der Kronprinz eine neogotische Fassade vor. Schließlich einigte man sich auf eine Fassade mit zwei Türmen, die aber nicht von den üblichen spitzen Turmhelmen bekrönt wurden. Zwei weitere Türme, die laut Schinkel dem Bau das notwendige architektonische Gleichgewicht gegeben und das Kirchenschiff in die Mitte genommen hätten, wurden durch den Kronprinzen wieder gestrichen. Die endgültige Lösung stellt einen Kompromiss zwischen den Wünschen des Kronprinzen und der ästhetischen Auffassung Schinkels dar. Dieser entblößte den Bau von allem gotischen Schmuckwerk. Die gotischen Elemente beschränkte er auf die Spitzbogenfenster und das  Portal. Das antike Akanthusblatt wurde von Schinkel als beherrschendes Ornament gewählt.

Nachdem die alte, baufällige Kirche, die zuvor auf dem Friedrich-Werder gestanden hatte, abgerissen war, wurde 1825 der Grundstein gelegt. Der fertiggestellte Bau wurde in Berlin konträr diskutiert, doch stellte ihn beispielsweise Achim von Arnim in eine Reihe mit Schinkels großen Werken. An seine Schwester Bettine schreibt er: „Nachträglich .... muss ich noch aus Berlin erwähnen, dass die Werder‘sche Kirche der Triumph Schinkels wird, ein so wunderbares Zusammenwirken von Baukunst, Malerei, Bildhauerkunst, Tischlerei ist mir aus neuer Zeit nie vorgekommen.“

Wenn das Äußere des Baus auch zu Diskussionen anregte, so empfanden doch die meisten Besucher das Innere der Kirche als großzügig und heiter. Seit 1987 wird der denkmalgeschützte Kirchenraum als Museum genutzt. Auf dem Emporenumgang kann sich der Besucher über das  Leben und Werk Schinkels informieren, besonders ist die Baugeschichte der Friedrichwerderschen Kirche hervorgehoben. Im Kirchenschiff selbst befinden sich klassizistische Skulpturen, die fast alle in einem engen Zusammenhang mit dem Schaffen Schinkels stehen. Zu den bekanntesten und beliebtesten der ausgestellten Werken zählt sicherlich das Gipsmodell der Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow, sowie der von seinem Schüler Christian Daniel Rauch geschaffene Sarkophag der Königin Luise, dessen Original sich im Mausoleum des Charlottenburger Schlossparks befindet.

Friederike Valentien
 
 
 
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Friedrichwerdersche Kirche Berlin