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Der Dom zu Brandenburg a. d. Havel

 
  Der als „Mutterkirche der Mark“ bezeichnete Dom St. Peter und Paul stellt eines der bedeutendsten sakralen Bauwerke des Landes dar. In ihm spiegelt sich eine über achthundertjährige Geschichte, in der sein äußeres wie inneres Erscheinungsbild geprägt wurde. Seit seiner Grundsteinlegung im Jahre 1165 durch den Mönchsorden der Prämonstratenser als Kathedrale des bereits 948 von Kaiser Otto dem Großen gestifteten Bistums hat nahezu jede Epoche ihre Spuren an dem ehrwürdigen Bauwerk hinterlassen, das mit dem ehemaligen Domkloster und den umliegenden Stiftskurien zugleich ein großartiges Architekturensemble bildet.

Zunächst als ein einschiffiger Kreuzbau mit nachträglich eingefügter Krypta konzipiert, wurde der Dom Ende des 12. Jahrhunderts zu einer dreischiffigen Pfeilerbasilika mit doppeltürmigem Westbau umgebaut. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand am Nordquerschiff ein zweigeschossiger Anbau mit einer Sakristei und der so genannten „Bunten Kapelle“, in der sich bis heute Reste der romanischen Ausmalung erhalten haben. Der abschließende Ausbau des Doms im Stil der niederdeutschen Spätgotik erfolgte jedoch erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts, bei dem zugleich der Nordturm erhöht wurde.

Unter den zahlreichen mittelalterlichen und neuzeitlichen Ausstattungsstücken gehören zu den Höhenpunkten der ursprünglich um 1375/80 als Hochaltar im Chor entstandene, heute im südlichen Querschiff befindliche „Böhmische Altar“ sowie der ihn 1723 ersetzende, auf das Jahr 1518 datierte Flügelaltar aus der Klosterkirche Lehnin. Das in der ehemaligen Klausur eingerichtete Dommuseum verwahrt neben zahlreichen Kunstwerken und Dokumenten zur Geschichte des Domstifts und der 1705 gegründeten Ritterakademie auch bemerkenswerte Beispiele gotischer Sakraltextilien.

Durch die nachträgliche Aufstockung und Wölbung der Kirche machten sich jedoch in Verbindung mit dem sumpfigen Baugrund bald Schäden bemerkbar, die schon im frühen 19. Jahrhundert zu einer umfassenden Restaurierung führten, bei welcher der zu Rate gezogene Karl Friedrich Schinkel ein wenig zuversichtliches Gutachten erstellte. Dennoch gelang es durch das Anbringen von Zugankern im Mittelschiff sowie einen Neuaufbau des südlichen Seitenschiffs die Statik zu stabilisieren. Nach der Vollendung des Turmbaus erfolgte 1836 die Wiedereinweihung des Doms in Anwesenheit König Friedrich Wilhelms III. von Preussen.

Trotz dieser Maßnahmen blieb die Situation gefährdet und konnte nur durch weitere, in den Jahren 1961-65 und erneut seit 1992 erfolgte Maßnahmen längerfristig gesichert werden. Nachdem sich das Domstift durch die immensen hierfür entstehenden Kosten überfordert sah, hat sich im Jahre 1995 unter dem Ehrenvorsitz von Richard von Weizsäcker der „Förderverein Dom zu Brandenburg“ formiert, der sich seither mit großem Engagement der Sanierung und Erhaltung dieses außergewöhnlichen Bauwerks widmet.

Ulrich Feldhahn
 
 
 
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Der Dom zu Brandenburg a. d. Havel - Luftaufnahme (Foto: Salge)