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Restaurierte Figurengruppe im Blauen Salon der Burg Hohenzollern

 
 
Figurengruppe im Blauen Salon (Foto: U. Feldhahn)
Seit Anfang 2007 befindet sich auf dem Kamin des Blauen Salons der Burg Hohenzollern, auch Königinzimmer genannt, wieder eine Figurengruppe, die zur originalen Ausstattung des Raumes gehört, wie eine um 1900 entstandene Fotographie belegt. Es handelt sich dabei um eine 40,5 cm hohe, bronzierte Gipsskulptur von Johann Friedrich Drake (1805-1882), einem Schüler des berühmten Christian Daniel Rauch (1777-1857), die drei singende Knaben in spätmittelalterlich-renaissancehaft anmutender Tracht und Pagenkopffrisuren darstellt, deren Mittlerer ein aufgeschlagenes Notenheft hält.

Diese Plastik war später offenbar beschädigt und daraufhin beseitigt worden; ihre jetzige Wiederherstellung durch den Hechinger Restaurator Walter Max Götter, bei der auch fehlende Teile ergänzt werden mussten, wurde dadurch erleichtert, dass ihr eigentliches Original bis heute am Thesenportal der Wittenberger Schlosskirche zu sehen ist. Dieses war von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861), der auch den Wiederaufbau der Burg Hohenzollern initiierte, in Auftrag gegeben worden und enthält zugleich – was bislang ebenfalls nicht erkannt worden war – die Vorbilder für die weiteren Musikerstatuetten auf dem Kaminaufsatz des Blauen Salons.


Figurengruppe am Wittenberger Thesenportal (Foto: U. Feldhahn)
Drake, dessen bekanntestes Werk die vergoldete Viktoria auf der Berliner Siegessäule darstellt, hat die Knabengruppe in Wittenberg am oberen Zusammenschluss der beiden Türflügel angebracht, so dass die rechte Figur von den beiden anderen getrennt ausgeführt werden musste, was bei dem auf einem dreipaßförmigen Sockel stehenden Nachguß auf der Burg Hohenzollern selbstverständlich entfiel. Somit hat das Raumensemble des Königinzimmers einen kleinen, wenngleich nicht unbedeutenden Bestandteil seines ursprünglichen Gefüges wieder gewonnen, zumal derartige Kleinplastiken überaus charakteristisch für den Einrichtungsstil zur Mitte des 19. Jahrhunderts sind. 

 

Ulrich Feldhahn

 
 
 
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