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Das Residenzschloss in Potsdam 1660 bis 1688

 
  Seit 1660 widmete sich Friedrich Wilhelm intensiv der Neugestaltung der Insel Potsdam, die bereits seit Jahrhunderten den brandenburgischen Kurfürsten als Jagdgebiet diente, jedoch wiederholt verpfändet worden war. Der weitreichende Gedanke, sich eine neue Residenz in Potsdam zu schaffen, umfasste von Anfang an nicht nur das Vorhaben eines Schlossneubaus, sondern beinhaltete auch den Aspekt der Landeskultivierung und künstlerischen Landschaftsgestaltung. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es Friedrich Wilhelm 1660 das Amt Potsdam auszulösen. Entscheidende Anregungen für das Projekt vermittelte Johann Moritz von Nassau-Siegen, Statthalter des Kurfürsten in Kleve sowie dessen Freund und künstlerischer Berater.

Zur Vorbereitung des neuen Schlossbaus wurden die Reste des 1598/99 für Kurfürstin Katharina errichteten Renaissanceschlosses, das der Dreißigjährige Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte, abgetragen. Die Bauarbeiten wurden sofort nach der Rückerwerbung begonnen und fanden 1669 einen vorläufigen Abschluss. In der Gestaltung des Schlosses war der Einfluss des Holländischen Klassizismus, v. a. eines seiner bedeutendsten Vertreter, Jacob van Campen (1595-1657), unverkennbar. Mit der Bauausführung wurde der in den Niederlanden ausgebildete Johann Gregor Memhardt beauftragt. Es entstand eine Dreiflügelanlage mit einem dreigeschossigen, zum Havelufer ausgerichteten Hauptbau, der von drei belvedereartigen Turmaufbauten bekrönt wurde. In nördlicher Richtung schlossen sich zweigeschossige Seitenflügel an, die zur Stadtseite hin durch einen Querbau mit Tordurchfahrt verbunden waren. Der gesamte Gebäudekomplex war von einem Wassergraben umgeben. Den Mittelpunkt im Inneren des Schlosses bildete der „Große Saal“ (L. 22 m, B. 13 m, H. 20 m). Der Zugang erfolgte über eine vorgelagerte schmale Galerie und ein doppelläufiges Treppenhaus. Als Vorbild diente hierfür vermutlich das von Pieter Post (1608-1669)1647 vollendete Huis ten Bosch in Den Haag.

Historische Beschreibungen und Inventare bezeugen eine überaus reiche und luxuriöse Ausstattung des Potsdamer Stadtschlosses mit Ledertapeten, Bildteppichen, kostbaren Möbeln und Gemälden. Die Stuckarbeiten waren vornehmlich von italienischen Handwerkern ausgeführt worden.

Da sich die kurfürstliche Familie seit 1669 immer häufiger in Potsdam aufhielt, erfolgte ab 1679 eine Vergrößerung des Schlosses. Die Seitenflügel wurden aufgestockt, um das Doppelte verlängert und durch eine halbkreisförmige Galerie mit neuem Portalbau verbunden. Die Erweiterungsbauten zwischen 1679 und 1682 lagen in den Händen der Baumeister Michael Mattias Smidts (1626-1692) und Johann Arnold Nerings.

Gleichzeitig mit dem Schlossbau hatten die Arbeiten am Lustgarten begonnen. Auch hierfür lieferte Johann Gregor Memhardt den Entwurf, der den Grundprinzipien der holländischen Gartenkunst folgte. Das Areal lag zwischen Schloss und Havelufer. Zu seinem Schmuck diente u. a. eine stattliche Anzahl von Orangenbäumen und anderen subtropischen Zierpflanzen. Für deren Überwinterung ließ der Kurfürst 1685 von Johann Arnold Nering neben dem Schloss ein Pomeranzenhaus erbauen.

Die letzten Lebensjahre verbrachte Friedrich Wilhelm ausschließlich in seiner Potsdamer Residenz. Hier starb er am 29. April 1688.

Claudia Sommer
 

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Jean Baptiste Broebes, Palais Royal de Potzdam, 1733