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Marmorpalais

 
  Das Marmorpalais wurde 1787-1791 nach Plänen von Carl von Gontard als Sommerschloss für Friedrich Wilhelm II. erbaut. Bereits als Prinz von Preussen erwarb Friedrich Wilhelm (II.) 1783 das Grundstück mit dem „Punschelschen Haus“, das traumhaft am Ufer des Heiligen Sees gelegen war. Nach seinem Regierungsantritt begann man 1787 mit dem Bau eines neuen Sommerhauses. Es entstand ein zweigeschossiger, kubischer Baukörper mit einem Rundtempel auf dem flachen Dach, der als Belvedere genutzt wurde. Der Backsteinbau wurde mit Architekturgliedern aus schlesischem Marmor bekleidet die dem Haus seinen Namen gaben. Die Ausgestaltung der Innenräume erfolgte nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans im früh-klassizistischen Stil. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem Vestibül und dem Treppenhaus, die mit Marmor und Stuckmarmor ausgestaltet wurden, die Wohnräume des Königs. Diese erhielten durch Seidenbespannungen, farbige Holztäfelungen und aufwendige Boiserien einen abwechslungsreichen und wohnlichen Charakter. Im Obergeschoss gruppierten sich um das zentrale Treppenhaus sechs prächtig ausgestaltete Gesellschaftsräume, die einen Rundgang bildeten, der vielseitige Aussichten auf den Heiligen See und in den Park bot. Mit dem Anbau zweier eingeschossiger Seitenflügel wurde das Schloss ab 1797 unter der Leitung Michael Philipp Boumann (d.J.) erweitert. Ihre Fertigstellung zog sich jedoch durch den Tod Friedrich Wilhelm II. bis Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Nach der Vollendung der Anbauten 1848 zogen in den Sommermonaten Prinz Albrecht , Prinz Friedrich Carl und andere herrschaftliche Gäste in die neuen Wohnräume des Nordflügels. Der Südflügel bot Gesellschaftsräume, eine Kavalierswohnung und Unterkünfte für das Personal.

Ab 1881 nutzten Prinz Wilhelm (II.) und Auguste Victoria und ab 1904 Kronprinz Wilhelm und Cecilie das Schloss als Sommersitz. Im Jahr 1907 wurde Prinz Louis Ferdinand (sen.) von Preussen im Marmorpalais geboren.

Nach der Übernahme durch die preussische Schlösserverwaltung im Anschluss an den Vertrag von 1926 war das Marmorpalais ab 1932 als Schlossmuseum der Öffentlichkeit zugänglich. Später wurde das Schloss von der DDR als Armeemuseum genutzt. 1990 wurde das Marmorpalais an die Schlösserverwaltung zurückgegeben. Seither erfolgten aufwendige Bau- und Restaurierungsarbeiten. Das Marmorpalais ist seit 1997 wieder als Schlossmuseum zu besichtigen.

Berit Gloede
 

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Wilhelm Barth, Das Marmorpalais, vor 1826