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Schloss Oranienburg

 
  Schloss Oranienburg ist das älteste Barockschloss Brandenburgs. Kurfürst Friedrich Wilhelm schenkte 1650 das Amt Bötzow seiner Gemahlin, Prinzessin Louise Henriette von Oranien-Nassau. Im darauf folgenden Jahr wurde mit dem Neubau eines Schlosses durch Johann Gregor Memhardt begonnen, dessen niederländischer Prägung unverkennbar war. 1652 erhielt das Schloss zu Ehren der Kurfürstin den Namen Oranienburg. Ein Jahr später wird dieser auch für den Ort Bötzow übernommen.

Im Jahr 1655 bezog Kurfürstin Louise Henriette das Schloss, allerdings folgten in den nächsten Jahren weitere Bau- und Verschönerungsarbeiten. Der prachtliebende Kurfürst Friedrich III. begann im Jahr 1689 mit der grundlegenden Umgestaltung und Erweiterung des Schlosses unter dem Architekten Johann Arnold Nering. Nach dem Tode des Baumeisters 1695 wurden die Arbeiten von Martin Grünberg und Johann Friedrich Eosander von Göthe weitergeführt. Es entstand eine der bedeutendsten Schloss- und Gartenanlagen Brandenburgs. 1702 konnte der „Orange Saal", der neue Festsaal mit dem allegorischen Deckengemälde zur Verherrlichung des Hauses Oranien-Nassau fertiggestellt werden. Vollendet wurde die Erweiterung des Schlosses 1709 mit der Errichtung der beiden südlichen Verbindungsflügel zu den bereits aus Nerings Bauzeit stammenden stadtseitigen Pavillons, die dem Gebäude letztendlich einen H-förmigen Grundriss gaben. Friedrich I. plante im südwestlichen Flügel die Einrichtung einer Bernsteingalerie.

Nach dem Tode Friedrichs I. begann der Niedergang des Schlosses. 1742 überschrieb Friedrich der Große das Schloss seinem Bruder August Wilhelm auf Lebenszeit. Dieser ließ ab 1755 die Schlossräume im Stil des friderizianischen Rokoko umgestalten, somit erlebte der gewaltige Bau seine letzte Blütezeit. Kronprinzessin Luise (1776-1810) erhielt das Schloss 1794 von ihrem Schwiegervater Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) zum Geschenk und wohnte im Sommer hier tageweise.

Schon 1802 begann die Demöbelierung des Schlosses, dass schließlich an einen Privatmann verkauft wurde. Seit 1814 beherbergte es eine Schwefelsäurefabrik, nach einem zweiten Schlossbrand 1842 ist das Schloss als Produktionsfabrik aufgegeben worden. Im Jahr 1858 wurde im Schloss Oranienburg ein Lehrerseminar eingerichtet, das bis in die 1920ger Jahre bestehen bleibt. Nach einem erneuten Umbau in den Jahren 1933-1937 wurde das Schloss zur SS-Kaserne und später zur Polizeischule. Nach den erheblichen Kriegsschäden im Jahr 1945 begann 1948 die Wiederherstellung des Außenbaus. Schließlich diente Schloss Oranienburg von 1952 bis 1990 als Offiziersschule der kasernierten Volkspolizei, später der Grenztruppen der DDR.

Die grundlegende Sanierung erfolgte in den Jahren 1997 bis 1999. Im Jahr 2001 konnte es als Schlossmuseum der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eröffnet werden.

Jörg Kirschstein
 

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Johann Gebhard Memhardt, Schloss und Garten Oranienburg, 1652