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Palais Kaiser Wilhelms I.

 
 
Bauzeit: 1834-1837
Architekten: Karl Ferdinand Langhans, Karl Friedrich Schinkel
Bauherr: Prinz Wilhelm (I.) von Preussen

Der Vorgängerbau des Kaiser Wilhelm Palais entstand um 1680 als Wohnhaus des Artillerieobristen Weiler - es war das erste Palais der Linden. Ende des 17. Jahrhunderts avancierte es zum Palais der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt. Die Markgrafen waren Nachkommen aus der zweiten Ehe des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm mit Dorothea von Holstein-Glücksburg. Sie sollten mit dem Umbau des Gebäudes einen standesgemäßen Wohnsitz in Berlin erhalten. Seit 1818 war es Kommandantur des III. Armeekorps und seit 1829 in Besitz des Prinzen Wilhelm von Preussen, des nachmaligen ersten deutschen Kaisers. Für den preussischen Prinzen wurde das Innere 1828-29 durch Karl Friedrich Schinkel ausgestattet.

1834-37 entstand der Neubau als Stadtpalais des Prinzen Wilhelm von Karl Ferdinand Langhans, mit ausgedehnten rückwärtigen Trakten bis zur Behrenstrasse, in der vornehm schlichten Haltung einer der bedeutendsten Berliner Palaisbauten der Schinkel-Nachfolge.

Kaiser Wilhelm I. bewohnte das Palais, neben Schloss Babelsberg, bis zu seinem Tod im Jahr 1888. Sein Arbeitszimmer lag an der Ecke Unter den Linden/Opernplatz. Von hier aus konnte er aus dem berühmten Eckfenster das Aufziehen der Wache beobachten. Die prachtvollen Wohn- und Festräume des Inneren wurden 1854 durch Johann Heinrich Strack zum Teil verändert. Nach 1918 verblieb das Palais im Eigentum dem vormaligen Königshauses. Ab 1925 sind einige Zimmer als Stadtwohnung für Kaiserin Hermine, der zweiten Gemahlin Kaiser Wilhelms II., hergerichtet worden. 1943 ausgebrannt, konnte 1962/63 die Vorderfassade wieder hergestellt werden. Das restliche Gebäude wurde abgetragen und in moderner Form erneuert.

Jörg Kirschstein
 

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Palais Kaiser Wilhelm um 1900