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Köpenick

 
  Ursprünglich vor den Toren der Residenzstadt Berlin-Cölln gelegen, ist Schloss Köpenick der bedeutendste, heute noch erhaltene Profanbau des vorschlüterschen Barock in Berlin und Brandenburg.

An der Stelle einst wehrhafter slawischer, später askanischen Burganlagen ließ Kurfürst Joachim II. nach 1558 zunächst eines der stattlichsten Renaissanceschlösser in der Mark Brandenburg errichten. 1669 übereignete Kurfürst Friedrich Wilhelm das Amt Köpenick seinen Söhnen Karl Emil und Friedrich. Durch den frühen Tod des Älteren 1674 wurde der nunmehrige Kurprinz Friedrich (III./I.) alleiniger Besitzer. Der seit 1678 in brandenburgischen Diensten stehende holländische Maler und Architekt Rutger van Langerveld (1635–1695) wurde mit dem Entwurf für einen Schlossneubau beauftragt. Bis 1681 entstand der v. a. für eine Ansicht vom Wasser aus konzipierte Einflügelbau, der sich stark an den Formen des Holländischen Klassizismus orientiert. Ab 1682 führte Johann Arnold Nering (1659–1695) das Projekt fort. Vermutlich gehen auf ihn die Planungen für eine großartige Erweiterung zu einer repräsentativen, axial auf die Stadt hin orientierten Dreiflügelanlage zurück. Die Arbeiten wurden jedoch um 1705 unvollendet eingestellt.

Von den ehemals prächtigen Innenraumgestaltungen hat sich eine Reihe wertvoller Deckendekorationen erhalten. Entsprechend seiner Bestimmung als Jagd- und Lustschloss zeigen die Plafonds Szenen aus der antiken Mythen um die Götter Diana und Bacchus. Die reichen Stuckarbeiten wurden von italienischen Künstlern ausgeführt. Der üppig stuckierte Wappensaal gehört zu den beeindruckendsten Raumschöpfungen des Köpenicker Schlosses. An den Wänden tragen je zwei Hermen die Wappen der ehemals zum Kurfürstentum Brandenburg gehörenden Länder. „Wilde Männer“ halten über den Kaminen das brandenburgische Staatswappen. Die dreiläufige Treppenanlage des Hauses stellte in der brandenburgischen Schlossarchitektur um 1680 eine der fortschrittlichsten baukünstlerischen Leistungen dar.

1682 bis 1685 entstand dem Schloss gegenüber die Schlosskapelle nach Plänen Johann Arnold Nerings. Die Attikaskulpturen stammen erst aus der Zeit Friedrichs I. Sie wurden von Balthasar Permoser (1651-1732) geschaffen, der zwischen 1704 und 1709 als Hofbildhauer in Berlin tätig war. Die reichen Stuckarbeiten im Inneren deuten wiederum auf eine Ausführung durch italienische Künstler hin. Kanzel und Orgelempore blieben aus der Entstehungszeit der Kapelle erhalten.

Das seit 1963 als Kunstgewerbemuseum genutzte Schloss befindet sich heute in Obhut der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz. Nach Abschluss der 1994 begonnenen Generalinstandsetzung plant das Kunstgewerbemuseum hier die Eröffnung eines Museum der Raumkunst.

Claudia Sommer
 

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Schloss Köpenick, Radierung 1733