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Schloss Glienicke

 
  Italien an der Havel. Der ehemalige Sommersitz des Prinzen Carl von Preußen (1801-1883) wurde als Teil der Potsdamer Kulturlandschaft 1990 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Garten- und Parkanlagen gestaltete Peter Joseph Lenné zwischen 1816 und 1862. Die Gebäude entstanden nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels.
 
Vor den Toren Potsdams, am südwestlichen Ende Berlins, liegen Schloss und Park Glienicke. Die Entwicklungsgeschichte der Anlage beginnt 1747. In diesem Jahr lässt sich der Hofrat und Lazarettarzt Dr. Mirow an der Stelle des heutigen Schlosses ein Landhaus erbauen. Nach vielfältigem Besitzerwechsel erwirbt 1814 der spätere Staatskanzler August Fürst von Hardenberg das Anwesen. Er beauftragt 1816 Peter Joseph Lenné mit der Anlage eines englischen Landschaftsparkes.

Durchgreifende architektonische Veränderungen gibt es erst ab 1824 mit der Übernahme des Landgutes durch Prinz Carl von Preußen. Nach Entwürfen Schinkels  wird das ehemalige Gutshaus zu einer italienischen Villa nach antikem Vorbild umgebaut. Auch Gartenhäuser und Pavillons werden nach klassizistischem Ideal umgestaltet und harmonisch in die Lennésche Parklandschaft eingebunden. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Arbeiten im wesentlichen abgeschlossen. 1862 erstreckt sich Carls Sommersitz über 100 ha von der Berlin-Potsdamer Chaussee im Süden bis zu der prinzlichen Unterförsterei Moorlake im Norden.

Nach den Richtlinien des englischen Landschaftsparks unterteilte Lenné das gesamte Gelände in Pleasureground, Blumenhof und Park. Der sich südlich und westlich vom Schloss erstreckende Lustgarten (Pleasureground) wird als erweiterter "Wohnraum" genutzt und mit Sitzplätzen, Pavillons und Brunnenanlagen ausgestattet. Dazu gehören das Stibadium, der Löwenbrunnen die Kleine - und Große Neugiede, das Casino und der Klosterhof. Der Blumenhof  erinnert nicht nur durch seine üppig bepflanzten Blumenbeete, berankten Laubengängen und exotischen Kübelpflanzen an südliche Gefilde. Zahlreiche, in die Schlosswände eingemauerte, antike Skulpturenbruchstücke tragen wesentlich zum italienischen Ambiente bei. Nordöstlich des dreiflügeligen Schlossbaus mit angrenzendem Kavalierflügel  erstreckt sich der  weitläufige Park. Auch hier handelt es sich um eine künstlich geschaffene Landschaft aus Wiesengründen, Waldstücken, Wildbächen und Seen.

Die Nachfahren des Prinzen Carl mussten im Dritten Reich Schloss und Park an die Stadt Berlin verkaufen. Während des Zweiten Weltkrieges war das Schloss Offizierskasino und Lazarett. Ab der 50er Jahre wurde es als Hotel und von 1976 bis 1986 als Heimvolkshochschule genutzt. Seit 1995 können die im Schinkelstil wieder hergestellten und eingerichteten Wohnräume des Prinzen besichtigt werden.

Susanne Fontaine

 

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August C. Haun nach Wilhelm Schirner, Blick über das Schloss Klein Glienicke nach Potsdam, 1838