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Schloss Wilhelmshöhe

 
  Das inmitten eines großen Bergparks gelegene Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel stellt eine der ungewöhnlichsten Residenzanlagen Deutschlands dar. Das vom weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, der monumentalen Herkulesstatue, überragte Ensemble entstand in mehreren Bauphasen. An Stelle eines Augustinerinnenklosters richtete sich Landgraf Moritz von Hessen-Kassel hier im 17. Jahrhundert eine „herrschaftliche Wohnung“ ein, die sein Urenkel Carl im Rahmen einer großartigen Gartenanlage in eine pompöse Barockresidenz verwandeln wollte. Die hierfür 1710 angefertigten Pläne kamen aber in Ermangelung finanzieller Mittel nicht zur Ausführung. Erst unter Landgraf Wilhelm IX., dem späteren Kurfürsten Wilhelm I., entstand ab 1786 die nach Plänen der Architekten Simon Louis du Ry und Heinrich Christoph Jussow errichtete Anlage in ihren heutigen Dimensionen.

Zunächst wurden dafür unter deutlichem Einfluss des englischen Klassizismus die beiden das ursprüngliche Moritzschloss flankierenden Seitenflügel, 1791-98 schließlich der Mittelbau mit einer im 2. Weltkrieg zerstörten Kuppel erbaut. Zeitgleich entstand die oberhalb gelegene Löwenburg, die bereits zu Beginn als teilruinöse Anlage und Begräbnisstätte des Bauherrn gedacht war.

Nachdem dieser als Widersacher Frankreichs 1806 ins Exil gezwungen wurde, zog in Wilhelmshöhe kurzzeitig Jerôme Bonaparte, ein Bruder Napoleons, als Herrscher des nur wenige Jahre währenden Königreichs Westfalen ein. In Folge des Krieges von 1866 wurde das aufgelöste Kurfürstentum Hessen-Kassel schließlich preußisch und Wilhelmshöhe zu einer Residenz der Hohenzollern. Besonders Kaiser Wilhelm II. nutzte das Schloss mit seiner Familie regelmäßig als Sommersitz, zumal ihm Kassel durch seine auf dem hiesigen Gymnasium verbrachte Schulzeit bereits vertraut war. Die Aufenthalte der kaiserlichen Familie hatten in baulicher Hinsicht nur geringfügige Veränderungen, darunter die Anbringung gusseiserner Balkons und Laufgalerien sowie die Nutzung des ehemaligen Ballsaals als Tennishalle, zur Folge. Noch kurz vor seiner Abreise ins holländische Exil hielt sich Wilhelm II. 1918 hier auf.

Nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges wurden der Mittelbau und der nördliche Kirchflügel lediglich annähernd in ihrer äußeren Erscheinung wiederhergestellt, um Räumlichkeiten für die Staatlichen Kunstsammlungen zu schaffen. Der südliche Weissensteinflügel wurde indessen unter Verwendung historischer Ausstattungsstücke, darunter herausragende Objekte des Klassizismus und Empire, als Schlossmuseum eingerichtet, in dem die Ära der Hohenzollern jedoch bislang weitgehend ausgeklammert bleibt.

Ulrich Feldhahn
 

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