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Schloss Stolzenfels

 
  Das im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. von Preussen wiederaufgebaute Schloss Stolzenfels bei Koblenz gilt als architektonischer Inbegriff der Rheinromantik.

Die malerisch über dem linken Rheinufer gruppierte Anlage geht auf eine im 13. Jahrhundert durch den Trierer Erzbischof Arnold von Isenburg errichtete Burg zurück. Auf Grund ihrer strategisch günstigen Lage auf einem steilen Bergsporn gegenüber der Lahnmündung diente sie zeitweilig der Erhebung von Zöllen. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand ein neuer Palas, der zusammen mit dem älteren Bergfried den Kern der heutigen Anlage bildet. Nach Um- und Ausbauten im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Burg während des 30jährigen Krieges mehrfach belagert und schließlich 1688 von französischen Truppen zerstört.

Im Jahre 1802 kam die Ruine an die Stadt Koblenz, die sie 1823 dem preussischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. zum Geschenk machte. Dieser hatte bereits acht Jahre zuvor eine ihn nachhaltig beeindruckende Rheinfahrt unternommen, so dass er sich nun umgehend eine Wohnung auf Stolzenfels einzurichten wünschte. Die ersten Pläne des Koblenzer Bauinspektors Johann Claudius von Lassaulx wurden noch im selben Jahr Karl Friedrich Schinkel in Berlin zur Überarbeitung vorgelegt, sollten aber vorerst nicht zur Ausführung gelangen. Erst 1835 wurde mit einem weitreichenden Ausbau begonnen, den der Bauherr schließlich 1842 mit einem Fackelzug in historischen Kostümen feierlich einweihte.

In der nach Schinkels Tod von seinen Schülern Stüler, Persius und Strack vollendeten neugotischen Anlage vermengen sich deutsche und englische Einflüsse, während die Gestaltung der Auffahrt und des Gartens südländische Vorbilder verraten. Das später noch gelegentlich von der Königinwitwe Elisabeth bewohnte, heute der Verwaltung der Staatlichen Schlösser Rheinland-Pfalz unterstellte Schloss Stolzenfels ist auch in seinem Innern weitgehend intakt geblieben. Ihm war die Wiederherstellung der Ruine Rheinstein bei Bingen durch Prinz Friedrich von Preussen, einen Vetter des Königs, vorangegangen und der Ausbau von Burg Sooneck oberhalb von Heimbach gefolgt. Alle drei Bauvorhaben waren vom schwärmerischen Geist der Romantik durchdrungen, setzten aber zugleich weithin sichtbare Zeichen einer preussischen Präsenz in der damals noch neuen Rheinprovinz.

Ulrich Feldhahn
 

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