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Schloss Homburg vor der Höhe

 
  Eine erste Erwähnung einer Burganlage an der Stelle des heutigen Schlosses, die auf das Geschlecht der Brendel von Homburg zurückgeht, findet sich in Urkunden aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit ist heute nur noch der „Weiße Turm“ und die Kelleranlage erhalten. Nachdem 1487 Burg, Stadt und Amt an Graf Philipp von Hanau verkauft wurden, ging Homburg im pfälzisch-bayerischen Erbfolgekrieg 1504 an Hessen über. Dies wurde 1521 von Kaiser Karl V. bestätigt, und Homburg verblieb im Besitz von Landgraf Philipp von Hessen und seinen Nachfolgern. Unter dem Baumeister und Architekten Pauly Andrecht wurde am 14. Mai 1680 der Grundstein zum Bau eines neuen Schlosses gelegt, wobei ältere, noch erhaltene Teile, einbezogen wurden. Das Schloss erhielt den Namen Friedrichsburg, und ist in dieser Anlage in großen Teilen bis heute erhalten. 
Schloss Homburg vor der Höhe
Schloss Homburg vor der Höhe
Wesentliche bauliche Veränderungen wurden erst in Angriff genommen, als der spätere Landgraf Friedrich VI. 1818 die englische Prinzessin Elisabeth heiratete, eine Tochter von König George III., deren reiche Mitgift und Apanage dies ermöglichten. So wurde im Jahr 1826 der Marstall in das alte Ballhaus verlegt, um eine Wohnung für Friedrich VI. und seine Gemahlin zu schaffen, die heute noch den Namen „Elisabethflügel“ trägt. Dieser umfasst neben verschiedenen Salons einen kleinen Speisesaal und den sog. „Pompejanischen Saal“. Nach dem Tod Friedrich VI. ließ sein Nachfolger Ludwig Wilhelm nach Plänen von Moller die reformierte Schlosskirche umbauen. Die Arbeiten am darüber liegenden Bibliotheks- und anschließenden Bildersaal wurden 1834 beendet. In den Jahren 1834/35 erfolgt der Anbau der Seitenflügel und der Ausbau des Königsflügels sowie zahlreiche weitere Änderungen.

Nach dem Krieg von 1866 musste Darmstadt als Wiedergutmachung das Amt Homburg an Preussen abtreten. Der Zustand der Schlossanlage machte Renovierungsarbeiten dringend erforderlich. König Wilhelm I. gab weitere Umbauten im Königsflügel in Auftrag und schuf somit ein Appartement, das seinen Bedürfnissen angepasst wurde. Für die Königin nahm man Änderungen in der ehemaligen Wohnung von Landgraf Friedrich V. vor. Das sog. Hofgärtnerhaus wurde in den Jahren 1876/77 nach Plänen von Jakob Westerfeld erbaut.

Als Kaiserin Friedrich Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts die Bauarbeiten an ihrem Witwensitz Friedrichshof in Kronberg überwachte, nahm sie Wohnsitz im „Englischen Flügel“ (nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wieder in „Elisabethflügel“ umbenannt). Ihr Sohn Kaiser Wilhelm II. weilte häufig und gern im Homburger Schloss, das zu einer Art Sommerresidenz für ihn und die kaiserliche Familie wurde. Wilhelm II. gab weitere Umbauten in Auftrag, vor allem wurden die Wohnräume des Kaisers und der Kaiserin völlig neu gestaltet. Baurat Jacobi wurde im Jahr 1901 damit befasst, die „Romanische Halle“ am Bibliotheksflügel zu schaffen. Dort ließ der Kaiser Architekturfragmente aus dem Kloster Brauweiler anbringen, die er als Geschenk erhalten hatte. Der letzte Aufenthalt des Kaisers in Schloss Homburg vor der Höhe fand im Januar 1918 statt. Das Schloss ist heute Sitz der Direktion der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen und kann ganzjährig besichtigt werden.

Michaela Blankart
 

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