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Posen und sein Schloss

 
  Posen war immer eine Stadt auf der Grenze. Sie wurde geschaffen und gestaltet seit dem 10. Jh. durch das Aufeinandertreffen der deutschen und der polnischen Kultur. Gehörte die Stadt ursprünglich zu Großpolen, so gelangte sie nach den polnischen Teilungen des 18. Jahrhunderts an Preußen.

 In der napoleonischen Zeit war sie Teil des Großherzogtums Warschau, kehrte aber durch den Wiener Kongress nach Preußen zurück. 1919 wurde sie erneut Teil des neu errichteten polnischen Staates.

In dieser Stadt entstand nun das letzte große Residenzschloss Europas zur Repräsentation und Vergegenwärtigung deutscher Anwesenheit und Herrschaft im Osten. In ganz merkwürdiger und in gewisser Art auch auf tragische Weise wird mit diesem Bau deutlich, wie sehr der ursprüngliche Staatsgedanke Preußens, der auch verschiedene Völkerschaften gerecht und einträchtig zu verbinden wusste, den nationalen Begeisterungen des späten 19. und frühen 20. Jh. gewichen war.

Im Jahre 1902 genehmigte der Kaiser den Abbruch großer Festungsanlagen zur Schaffung eines Forums mit Schloss, Theater Universität und Postgebäude.

Das Schloss wurde nach Plänen Franz von Schwechtens im neoromanischen historistischen Stil ausgeführt. Baumaterialien waren Beton, Backstein und schlesischer Sandstein. Das Gebäude verfügte über allen modernen Komfort, wie beispielsweise Fahrstühle und Zentralheizungen.

Das neue Schloss wurde am 21. August 1910 in Gegenwart des Kaisers eingeweiht. Wilhelm II. war noch einmal in der Residenz, um am 27. August 1913 das Ende der Bauarbeiten an der Schlosskapelle,die nach dem Vorbild der Capella Palatina in Palermo gestaltet war, zu feiern. Der gesamte Gebäudekomplex soll an eine mittelalterliche Pfalz erinnern und im Garten umgeben von den Wirtschaftsanlagen findet sich eine Kopie des Springbrunnens aus dem Löwenhof der Alhambra in Granada. Es sind noch eine ganze Reihe von Raumfassungen aus der Kaiserzeit erhalten, viel ist aber auch der Zeit deutscher Besetzung zwischen 1939 und 1945 zum Opfer gefallen.

Bereits im Jahre 1939 wurde nämlich beschlossen, den Bau in eine Führerresidenz zu verwandeln. Fast alle wichtigen Räume wurden im neoklassizistischen Stil umgestaltet und an die Stelle der Schlosskapelle trat Hitlers Büro. Außerdem wurde ein Luftschutzraum für 375 Personen geschaffen. Geleitet wurden diese Veränderungen durch Albert Speer. 1943 wurden die Arbeiten vor ihrem Abschluss eingestellt. Heute befindet sich im Gebäude das Kulturzentrum „Schloss“.

Thomas Roloff
 

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