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Lange Kerls

 
  Friedrich Wilhelms I. Leidenschaft für das Militär, ohne dass er je Kriege führte, trug ihm den Beinamen „Der Soldatenkönig“ bei. Besondere Berühmtheit erlangte sein „Rothes Bataillon Grenadiers“, das aus besonders großgewachsenen Soldaten bestand. Die Öffentlichkeit wurde erstmals bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für den Vater des Soldatenkönigs, Friedrich I., auf sie aufmerksam, als sie vor dem Berliner Dom aufmarschierten.

Stationiert waren die „Rothen Grenadiere“ zunächst in Wusterhausen, dem späteren Königs Wusterhausen. Im Jahr 1717 machte Friedrich Wilhelm I. die „Rothen Grenadiere“ zum Leib-Batallion und verstärkte sie um fünf Kompanien. Gemeinsamen mit dem kronprinzlichen Regiment wurden sie zum „Langen Potsdamer Königsregiment Nr. 6“. Voraussetzung bei der Rekrutierung war eine Mindestkörpergröße von 1,88 m, damals sechs Fuß, was bald dazu führte, dass man das Regiment volkstümlich „die Langen Kerls“ nannte. Im Mai 1739 war die Regimentsstärke auf 3861 Mann angewachsen – die Soldaten stammten oftmals auch aus dem europäischen Ausland.

Der Unterhalt und die Erweiterung dieses Regiments waren ein kostspieliges Unterfangen für König Friedrich Wilhelm I. Der sonst so sparsame König liess seinen Grenadieren spezielle Häuser in Potsdam erbauen, die er ihnen häufig sogar zum Geschenk machte. Einige sind noch heute im Potsdamer „Holländischen Viertel“ zu sehen.

Michaela Blankart


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