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Edikt von Potsdam

 
  1685 durch den „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm ergangener Erlass, der die Aufnahme von Zehntausenden calvinistischen Glaubensflüchtlingen aus Frankreich ermöglichte.

Ausgangspunkt dieser Flucht war die Bartholomäusnacht auf den 24. August 1572 in der die Verfolgung evangelischer Hugenotten mit grausamer Gewalt einsetzte. Dramatisch verschärfte sich die Situation dann aber noch als Ludwig XIV. das Toleranzedikt von Nantes aufhob und die reformierte Kirche in Frankreich verbot. Das war am 18. Oktober 1685.

Die Antwort darauf war Friedrich Wilhelms „Edikt von Potsdam“ vom 29. Oktober 1685. Es ermöglichte den Hugenotten nicht nur den Zuzug nach Brandenburg, sondern gewährte ihnen auch weitreichende Privilegien. Hierzu zählten umfängliche Befreiungen von Steuern und Zöllen, volle Freizügigkeit, Subventionen für Wirtschaftsunternehmen und die Besoldung der hugenottischen Prediger aus der Staatskasse. Mindestens 20.000 Hugenotten nutzten diese Möglichkeiten und etwa 6.000 von ihnen wurden in Berlin ansässig, wo ihre Spuren sich nicht nur im Französischen Dom bis heute erhalten haben.

Die Zuwanderung half Brandenburg ohne Zweifel entscheidend über die schwere Krise nach dem 30-jährigen Krieg hinweg. Es waren aber nicht nur die wirtschaftlichen Erwägungen, die den Großen Kurfürsten dazu brachten, den calvinistischen Glaubensbrüdern Aufnahme zu gewähren, sondern auch das in seiner eigenen Religiosität wurzelnde Mitgefühl.

Thomas Roloff


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