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Cecilie Herzogin zu Mecklenburg

 
 
Kronprinzessin Cecilie von Preussen, 1908, Sammlung Kirschstein
* 20.9.1886 im Schloss Schwerin (Meckl.)
† 6.5.1954 in Bad Kissingen, Villa Fürstenhof 
Begräbnisstätte: St. Michaels-Bastei, Burg Hohenzollern

Vermählt am 6.6.1905 im Berliner Schloss mit Wilhelm Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preussen

6 Kinder

Kronprinzessin Cecilie verlebte eine weitgehend unbeschwerte Kindheit und Jugend in Mecklenburg bis ihr Vater, Großherzog Friedrich Franz III. von Mecklenburg-Schwerin, an Asthma erkrankte und 1897 starb. Seinen Tod verkraftete die 10jährige nur schwer, besonders da das Verhältnis zu ihrer exzentrischen Mutter,der russischen Großfürstin Anastasia Michailowna, nicht einfach war. Gemeinsam mit ihrer Mutter verbrachte sie nun viele Monate des Jahres als Gast der Romanows in Russland.

Im September 1904 verlobte sich die 17jährigen Herzogin Cecilie mit dem deutschen Kronprinz Wilhelm. Beide waren sich erst zwei Monate zuvor auf der Hochzeit von Cecilies Bruder Friedrich Franz IV. zum ersten Mal begegnet. Die vier Tage dauernden Hochzeitsfeierlichkeiten in Berlin waren das gesellschaftliche Ereignis des Jahres 1905. Mit der Geburt des ersten Sohnes 1906 schien die Thronfolge des Hauses Hohenzollern bis weit ins 20. Jahrhundert gesichert zu sein. Durch ihr unkompliziertes, freundliches Wesen avancierte Cecilie in kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Mitglieder des Kaiserhauses. Sie zählte zu den elegantesten Damen der Kaiserreiches und wurde zum modischen Vorbild für die Damenwelt.

Die Novemberrevolution 1918 veränderte ihr Leben grundlegend. Während Kaiserin Auguste Victoria ihrem Mann ins niederländische Exil folgte, lehnte es Cecilie ab, ins Ausland zu gehen. Sie widmete sich von nun an der Erziehung und Ausbildung ihrer sechs Kinder, mit denen sie vorwiegend im schlesischen Oels in der Nähe von Breslau lebte. Als Kronprinz Wilhelm nach fünfjähriger Verbannung im November 1923 von der niederländischen Insel Wieringen nach Deutschland zurückkehrte, wurde beiden Ehepartnern bewußt, dass sie sich durch die lange  Trennung entfremdet hatten.

In den 20er Jahren widmete sich Cecilie verstärkt der karitativ-sozialen Arbeit, ganz in der Tradition der 1921 verstorbenen Kaiserin Auguste Victoria. Cecilie war Protektorin des Bundes Königin Luise, des größten Frauenbundes der Weimarer Republik, sie war Schirmherrin der Johanniter Schwestern und hatte den Vorsitz über den Vaterländischen Frauenverein inne. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden alle monarchistischen Verbände aufgelöst, so dass die Kronprinzessin gezwungen war sich ins Privatleben zurückzuziehen. Sie kümmert sich nun um die hohenzollersche Großfamilie, die sich nach dem Zusammenbruch der Monarchie neu orientieren musste.


Kronprinzessin Cecilie um 1930, Sammlung Kirschstein
Die musikliebende Kronprinzessin veranstaltete Hauskonzerte und entwickelte Schloss Cecilienhof zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt. Musiker und Dirigenten gehörten zu ihrem Freundeskreis. Bogislaw Hubermann, Wilhelm Kempff, Elly Ney, Wilhelm Furtwängler sowie der junge Herbert von Karajan verkehrten am kronprinzlichen Hof.

Im Februar 1945 mußte Cecilie vor der herannahenden russischen Armee fliehen. Dabei war es ihr nicht mehr möglich, ihren persönlichen Besitz aus dem Potsdamer Schloss Cecilienhof in Sicherheit zu bringen. So lebte die einstige Kronprinzessin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg unter äußerst bescheidenen Verhältnissen. Zwei Zimmer der Villa Fürstenhof in Bad Kissingen dienten ihr als Heim. Erst 1952 konnte sie ihr eigenes Haus in Stuttgart beziehen, das der 1951 verstorbene Kronprinz für seine von ihm getrennt lebende Ehefrau finanziert hatte. Cecilie war es jedoch nicht mehr vergönnt, diese positive wirtschaftliche Wende zu genießen. In den letzten Lebensjahren litt sie zunehmend unter gesundheitlichen Problemen und war weit mehr gealtert, als es ihren Jahren entsprach.

Während eines Besuches in Bad Kissingen starb Deutschlands letzte Kronprinzessin nach einem Schlaganfall am 6. Mai 1954 im Alter von 67 Jahren.

Jörg Kirschstein
 
 
 
© 2003 Haus Hohenzollern
 
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