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Louis Ferdinand Prinz von Preussen

 
 
Prinz Louis Ferdinand 1989 auf der Burg Hohenzollern
Chef des Hauses Hohenzollern von 1951-1994

* 9. November 1907
† 25. September 1994

Grabstätte:  Burg Hohenzollern

Verm. (standesamtlich. u. kirchlich orthodox) Schloss Cecilienhof, Potsdam,  2.5., (ev.) Haus Doorn/Niederlande 4.5.1938 mit Kira Kirillowna Großfürstin von Russland (1909-1967)

Sieben Kinder

Prinz Louis Ferdinand wurde als zweiter Sohn des Kronprinzen Wilhelm im Potsdamer Marmorpalais geboren. Sein 11. Geburtstag, der 9. November 1918,  fiel mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. zusammen. Dem Beispiel des Kaisers folgend hatte sich Kronprinz Wilhelm ins niederländische Exil begeben, wodurch der Prinz und seine Geschwister zunächst ohne Vater aufwachsen mussten.

Ein erstes Zeichen der veränderten Lebensumstände war die Kündigung der Hauslehrer. Prinz Louis Ferdinand besuchte nun mit seinem älteren Bruder Wilhelm eine öffentliche Schule in Potsdam. Nach dem Abitur im Jahr 1925 unternahm der 17jährige eine Reise nach Spanien und Südamerika, wo er fließend Spanisch lernte. In Berlin und Bonn studierte der Prinz Jura und Nationalökonomie, und promovierte im März 1931 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität  mit der Schrift „Theorie der Einwanderung, dargestellt am Beispiel Argentiniens“ zum Doktor der Philosophie.

Bald darauf begab er sich nach Nordamerika, um als Mechaniker bei den Ford-Motor-Werken in Detroit zu arbeiten. Als sein älterer Bruder Prinz Wilhelm im Juni 1933 wegen nicht-hausgesetzmässiger Heirat das Erstgeburtsrecht verlor, trat Prinz Louis Ferdinand an seine Stelle. Im Januar 1934 kehrte Prinz Louis Ferdinand aus den USA nach Deutschland zurück und war zunächst als Referent bei der verkehrspolitischen Abteilung der Lufthansa tätig. Im Jahre 1938 heiratete der Kaiserenkel die Großfürstin Kira Kirillwona von Russland, aus dem Hause Romanow. Aus der glücklichen Ehe gingen sieben Kinder hervor.

Während des Zweiten Weltkrieges tat Prinz Louis Ferdinand zunächst in der Luftwaffe als Oberleutnant seinen Dienst. Der sog. „Prinzen-Erlass“ im Frühjahr 1940 beendete seine militärische Karriere. Er kehrte auf sein Gut Cadinen in Westpreußen zurück. Kurz darauf nahm er Verbindung zu verschiedenen Widerstandsgruppen auf. Für den Fall der Wiederherstellung der Monarchie, war bei einigen Teilnehmern des 20. Juli 1944 daran gedacht worden, ihm das höchste Staatsamt anzutragen. 1942 hatte ihn Carl Friedrich Goerdeler, einer der führenden Männer des deutschen Widerstands, in Cadinen besucht.


Prinz Louis Ferdinand um 1933
Nach Kriegsende und dem Verlust der Besitzungen im Osten und in Berlin lebte Prinz Louis Ferdinand zunächst in Bad Kissingen, bis er Ende 1947 nach Bremen-Oberneuland zog. Im Dezember 1950 konnte er mit seiner Familie den kleinen Landsitz „Wümmehof“ bei Bremen-Borgfeld beziehen. Eine Tätigkeit in der Automobilindustrie gab der Prinz auf, als er nach dem Tode seines Vaters am 20. Juli 1951 Chef des Hauses Hohenzollern wurde. Von nun an widmete es sich der Verwaltung des noch verbliebenen Hohenzollerschen Familienbesitzes.

Die Burg Hohenzollern war als einziges Schloss im Besitz der Familie verblieben. Prinz Louis Ferdinand bezog hier eine Wohnung und widmete sich von nun an verstärkt dem Ausbau seines Stammschlosses zu einem Familienmuseum. Kostbare Kunstgegenstände aus den preussischen Schlössern in Berlin und Potsdam, die dem Hause Hohenzollern in den Wirren des Zweiten Weltkrieges erhalten geblieben waren, werden seitdem in den neogotischen Räumen der Burg präsentiert. Sie geben einen Einblick in die preussische und europäische Geschichte, die das Haus Hohenzollern über 500 Jahre maßgeblich geprägt hat.

Seine Gemahlin, Prinzessin Kira, gründete 1952 auf der Burg die „Prinzessin Kira von Preussen Stiftung“. Ziel der Stiftung war es zunächst, Kindern aus Berlin einen Ferienaufenthalt auf der Burg zu ermöglichen. Mittlerweile kommen die jungen Gäste der Burg auch aus anderen Regionen und Ländern.

Obwohl Prinz Louis Ferdinand verschiedentlich seine Aufgaben als Wahrer der Familientradition betonte, und auch einen „Prinz-Louis-Ferdinand-Preis“ zur Förderung des Geschichtsbewußtseins stiftete, hielt er sich in politischen Fragen zurück. Lange vor der politischen Wende 1989 kam es in der DDR zu einer gewissen Rehabilitierung Preussens und des Hauses Hohenzollern, was in der Wiederaufstellung des Denkmals Friedrichs des Großen auf der Straße Unter den Linden sichtbaren Ausdruck fand. Anfang der 80er Jahre wurde ihm vom DDR-Regime die Rückkehr der Särge seiner berühmten Vorfahren Friedrich Wilhelm I. und Friedrich des Großen von der Burg Hohenzollern nach Potsdam angeboten. Doch schon damals machte Prinz Louis Ferdinand deutlich, dass er einer Überführung nur in einem vereinten Deutschland zustimmen würde.

Mit grosser Freude und Dankbarkeit erlebte Prinz Louis Ferdinand die Öffnung der Mauer an seinem 82. Geburtstag. Im Hinblick auf die deutsche Wiedervereinigung kündigte der Preussenprinz für den 205. Todestag Friedrichs des Großen, dem 17. August 1991, die Rückkehr der Särge seiner beiden Vorfahren nach Potsdam an. Friedrich der Große sollte seinem Wunsch gemäss in der vom König selbst dafür vorgesehenen Gruft auf der obersten Terrasse des Schlosses Sanssouci beigesetzt werden.

Musik war die grosse Leidenschaft von Prinz Louis Ferdinand - und er fand auch als Komponist Anerkennung. Zur Beisetzung seiner Vorfahren komponierte er 1991 den Trauermarsch „Friedericus Rex“.

Am 25. September 1994, wenige Wochen vor Vollendung seines 87 Lebensjahres, verstarb Prinz Louis Ferdinand in seinem Bremer Wohnsitz „Wümmehof“. Nach einer Trauerfeier im Berliner Dom am 8. Oktober wurde seine Urne neben denen seiner Gemahlin Kira und seiner 1992 verstorbenen Tochter Xenia auf der Burg Hohenzollern beigesetzt.

Jörg Kirschstein
 

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