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Wilhelm Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preussen

 
 
* 6.5.1882 im Marmorpalais zu Potsdam
† 20.7.1951 in Hechingen (Baden-Württemberg)
Begräbnisstätte: St. Michaels-Bastei, Burg Hohenzollern

Vermählt am 6.6.1905 im Berliner Schloss mit Herzogin Cecilie zu Mecklenburg

6 Kinder

Wilhelm wurde am 6. Mai 1882 als erster Sohn des späteren Kaiser Wilhelms II. geboren. Nach dem Tode seines Großvaters Kaiser Friedrichs III. im Jahre 1888, erhielt der Prinz den offiziellen Titel „Kronprinz des deutschen Reiches und von Preussen“. Seine militärische Ausbildung absolvierte der Kronprinz, gemäß der preussischen Tradition, auf der „Prinzeninsel“ Plön. Mit seiner Großjährigkeitsfeier, die im Mai 1900 im Berliner Schloss im Beisein seines Patenonkels, des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. stattfand, wurde Wilhelm in das 1. Garde Regiment zu Fuß aufgenommen.

1905 heiratete er die vier Jahre jüngere Herzogin Cecilie zu Mecklenburg. Aus der Ehe mit der attraktiven Tochter des mecklenburgischen Großherzogs Friedrich Franz III. gingen vier Söhne und zwei Töchter hervor.  Durch seine lockere und umgängliche Art erfreute sich der Kronprinz in der Bevölkerung großer Beliebtheit. Von 1911 bis 1913 kommandierte der Kaisersohn das in Danzig stationierte 1. Leibhusaren Regiment. Mit der Regimentsübernahme war ein Wohnsitzwechsel der kronprinzlichen Familie nach Westpreussen verbunden.

Als Thronfolger blieb es ihm versagt, politisch hervorzutreten. Dennoch missbilligte er die Politik des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg und war an dessen Sturz beteiligt.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges übernahm er das Oberkommando über die V. Armee. Im Oktober 1916 wurde dem Thronfolger die Leitung der „Heeresgruppe Kronprinz“ übertragen.

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie begab sich Kronprinz Wilhelm am 12. November 1918 ins niederländische Exil. Als Aufenthaltsort wurde ihm die Insel Wieringen in der Zuiderzee zugewiesen, wo er am 1. Dezember 1918 für seine Person auf den Thron verzichtete. Erst 1923 konnte Wilhelm die karge Insel verlassen und kehrte auf Vermittlung von Gustav Stresemann nach Deutschland zurück. Abwechselnd in Potsdam und Oels (Schlesien) wohnend, hielt sich der Kronprinz an seine Zusage, politisch nicht hervorzutreten.

Als der erste Wahlgang der Reichspräsidentenwahl im März 1932 keine absolute Mehrheit erzielte, wurde eine Stichwahl nötig. In dieser Situation begann man vorsichtig zu sondieren, ob der Kronprinz der geeignete Mann wäre. Das Ansinnen scheiterte schließlich, da Wilhelm II. dem Plan nicht zustimmte.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 musste der Kronprinz erkennen, dass die von ihm erhoffte monarchistische Restauration nicht eintrat. Am Zweiten Weltkrieg nahm er nicht aktiv teil. Im Januar 1945 verließ der Kronprinz Potsdam und wurde bei Kriegsende von den Franzosen in Haft genommen.

Wilhelm lebte einige Monate auf der Burg Hohenzollern, worauf er im Herbst 1945 ein Haus in Hechingen (Baden-Württemberg), am Fuße der Stammburg seiner Familie, bezog. Hier verstarb er im Alter von 69 Jahren am 20. Juli 1951. Sieben Tage später wurde Deutschlands letzter Kronprinz auf der St. Michaels-Bastei der Burg Hohenzollern beigesetzt.

 Jörg Kirschstein
 
 
 
© 2004 Haus Hohenzollern
 
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