Preussen.de  
 
   
Heute Familie Geschichte
 
 

Hermine Schönaich-Carolath (Fortsetzung)

 
  Nach der Heirat und dem Umzug der neuen Gemahlin mit den drei jüngeren Kindern nach Doorn ergaben sich Anpassungsschwierigkeiten. Hermine gehörte einer anderen Generation an. Sie war 28 Jahre jünger als Wilhelm II. und ein selbständig denkender und handelnder Mensch. Die ganz andere Persönlichkeit Hermines, im Vergleich zur bedingungslosen Unterordnung der ersten Gemahlin Auguste Victoria, beeindruckte Wilhelm II., verursachte aber Spannungen im Haushalt des Doorner Hofes.

Hermine verfolgte mit wachem Interesse die Entwicklungen in der Heimat und führte einen umfangreichen Briefwechsel mit Menschen aus allen Schichten in Deutschland. Im Dezember 1929 gründete sie das Herminen-Hilfswerk als Reaktion auf die sich dramatisch verschlechternde soziale Lage. Sie verhalf damit Not leidenden Frauen in Deutschland zu einem Arbeitsplatz.

Zu der Frage des aufkommenden Nationalsozialismus entwickelten sich die Meinungen von Wilhelm II. und Hermine weit auseinander. Sie versprach sich von dieser Bewegung viel und erkannte erst spät ihre Fehleinschätzung Hitlers und des Nationalsozialismus.

Sehr bald nach dem Tod des Kaisers am 4. Juni 1941 kehrte Hermine auf ihre Besitzungen in Schlesien zurück. Bereits 1927 hatte sie einen Sohn durch einen Unfall verloren. 1943 starb ihr ältester Sohn Hans Georg an den Folgen einer Verwundung an der Front. Zu Beginn des Jahres 1945 floh auch Hermine vor der nahenden Roten Armee Richtung Westen. Sie fand Aufnahme bei ihrer jüngsten Schwester Ida von Stolberg-Rossla in Rossla im Harz. Dort erlebte Hermine das Ende des Krieges. Mehreren Warnungen vor einem Wechsel der Besatzungsmächte schenkte sie keinen Glauben. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen aus Rossla kamen die Russen. Sie widersetzte sich einem Transport in das Berliner Hauptquartier der Roten Armee nicht und wurde von dort nach Frankfurt an der Oder gebracht. In einer kleinen Wohnung lebte sie unter strenger Bewachung bis zu ihrem plötzlichen Tod als Folge eines Herzversagens am 7. August 1947. Die russische Besatzungsmacht sowie die niederländischen Behörden erlaubten eine Beisetzung an der Seite Wilhelms II. in Doorn. Schwierigkeiten beim Passieren der unterschiedlichen Besatzungszonen verhinderten allerdings die Erfüllung ihres letzten Wunsches. Hermine hat ihre letzte Ruhestätte neben Auguste Victoria im Antikentempel im Park von Sanssouci in Potsdam gefunden.

Dr. Friedhild den Toom
 

Hermine Schönaich-Carolath, Teil 2
 
 
 
 
© 2003 Haus Hohenzollern
 
English
Presse
Newsletter
Kontakt
Impressum
Suche
Shop
Prinzessin Hermine von Preußen, Sammlung Friedhild den Toom