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Victoria Luise Prinzessin von Preussen

 
 
Prinzessin Victoria Luise in der Uniform des 2. Leihhusaren Regiments, 1909 (Archiv Burg Hohenzollern)
* 13. September 1892 im Marmorpalais zu Potsdam
† 11. Dezember 1980 in Hannover, Friederiken-Stift
Begräbnisstätte: Berggarten Hannover-Herrenhausen

Vermählt am 24.5.1913 mit Ernst August Herzog von Braunschweig und Lüneburg

5 Kinder

Victoria Luise wurde am 13. September 1892 im Marmorpalais zu Potsdam als jüngstes Kind Kaiser Wilhelms II. geboren. Am 22. Oktober, dem Geburtstag der Kaiserin, wurde die Prinzessin in der Marmorgalerie des Neuen Palais auf den Namen Victoria Luise getauft. Die britische Queen Victoria und die preussische Königin Luise waren die Namensgeberinnen der einzigen Tochter des Kaisers.

Gemeinsam mit ihren sechs Brüdern wuchs Victoria Luise in einem sehr harmonischen Umfeld auf. Ein vom Kaiserpaar erstellter Erziehungs- und Ausbildungsplan für die Prinzessin lag in den Händen von Gouvernanten und Hofdamen. Die Konfirmation der Kaisertochter am 18. Oktober 1909 in der Potsdamer Friedenskirche war ein großes Ereignis für die Sechzehnjährige. Ihren neuen Status als Erwachsene unterstrich Wilhelm II. damit, dass er seine Tochter zur Regimentschefin des 2. Leibhusarenregiments ernannte, dessen Ehrenoberst einst die Kaiserin Friedrich (1840-1901) war.

Am 24. Mai 1913 heiratete Victoria Luise den Prinzen Ernst August von Hannover. Beide hatten sich im Jahr zuvor im Neuen Palais kennengelernt. Seit 1866 hatte kein Welfe den preussischen Hof mehr betreten. In diesem Jahr wurde das Königreich Hannover von Preussen nach kriegerischen Auseinandersetzungen annektiert. Der hannoversche König musste sein Land verlassen und ging ins österreichische Exil.

Die Hochzeit bedeutete die Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern. An der glanzvollen Vermählung, die im Berliner Schloss stattfand, nahmen mit Zar Nikolaus II. von Russland und König Georg V. von Großbritannien die wichtigsten Vertreter der Großmächte Europas teil. Ihre Anwesenheit gab der privaten Familienfeier politischen Charakter.


Herzogin Victoria Luise auf der Marienburg, um 1955 (Sammlung Kirschstein)
Nach der Eheschließung zog das Herzogspaar zunächst nach Rathenow, wo der Herzog als Schwadronchef der Zieten-Husaren stationiert war. Bereits im November 1913 übersiedelte das herzogliche Paar nach Braunschweig. Nach fast 50 Jahren war nun wieder ein Welfe regierender Herzog von Braunschweig. Nur fünf Jahre später, am 8. 11. 1918, beendete die Novemberrevolution auch die Regierung des Herzogs von Braunschweig. Ernst August musste abdanken und verließ mit seiner Familie Deutschland.

Die folgenden Jahre zählte Victoria Luise zur schönsten Zeit ihres Lebens. Das Herzogpaar ging nach Österreich und bezog die bei Gmunden am Traunsee gelegene „Villa Weinberg". Aus der glücklichen Ehe gingen fünf Kinder hervor. Ihre einzige Tochter Friederike heiratete 1938 den späteren griechischen König Paul I. Victoria Luise ist die Großmutter der spanischen Königin Sofia und des heute im Londoner Exil lebenden ehemaligen griechischen Königs Konstantin II.

Im November 1933 kehrte die herzogliche Familie nach Deutschland zurück und nahm ihren ständigen Wohnsitz auf Schloss Blankenburg im Harz. Nach Kriegsende übersiedelte die herzogliche Familie auf die Marienburg bei Pattensen. In den Nachkriegsjahren entfaltete Victoria Luise ein reges soziales Engagement, u.a. als Protektorin der Niedersächsischen Kinderfreiplatzspende, einem Feriendienst für Arbeiterkinder. Das Verhältnis zu den Hohenzollern, insbesondere zu ihrem Neffen Prinz Louis Ferdinand von Preussen (1907-1994), war über Jahrzehnte besonders herzlich. So wurde ihr 80. Geburtstag im Jahre 1972 auf der Burg Hohenzollern begangen. Einen großen Bekanntheitsgrad erlangte die Kaisertochter auch durch die Veröffentlichung von sieben Erinnerungsbüchern, die in den Jahren 1965 bis 1977 erschienenen. Ihre Berichte aus der Kaiserzeit, einer längst versunkenen Epoche, fanden einen erstaunlich großen Leserkreis.

Im Herbst 1980 übersiedelte sie in das Friederiken-Stift in Hannover, wo sie am 11. Dezember 1980 im Alter von 88 Jahren starb. Ihr Leichnam wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vor dem Mausoleum der Könige von Hannover, im Berggarten von Hannover-Herrenhausen, an der Seite ihres 1953 verstorbenen Mannes beigesetzt.

Jörg Kirschstein
 

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