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Heute Familie Geschichte
 
 

Joachim Prinz von Preussen

 
 
Prinz Joachim im Alter von 10 Jahren, 1900 (Archiv Burg Hohenzollern)
* 17.12.1890 im Berliner Schloss
† 18.7.1920 in Potsdam, St.-Josef-Krankenhaus
Begräbnisstätte: Antikentempel im Park zu Sanssouci

Vermählt am 11. März 1916 im Berliner Schloss Bellevue mit Prinzessin Marie Auguste von Anhalt

1 Sohn

Prinz Joachim, der sechste Sohn Wilhelms II. wurde am 17. Dezember 1890 in der Winterresidenz der kaiserlichen Familie, dem Berliner Schloss geboren. Nachdem auch der jüngste Kaisersohn seine militärische Ausbildung in Plön abgeschlossen hatte, trat er im Jahre 1911 in das 1. Garderegiment zu Fuß ein. Er zog als Rittmeister in den Ersten Weltkrieg. Bald darauf, im September 1914, wurde er als Offizier des Kurhessischen Husaren Regiments in der Schlacht an den Masurischen Seen durch einen Oberschenkelschuß verwundet. Im dritten Kriegsjahr heiratete Joachim die erst 17jährige Prinzessin Marie Auguste von Anhalt. Die von ihm bevorzugte Verbindung mit einer österreichische Erzherzogin kam aus Konfessionsgründen nicht zustande. Im Dezember 1916 wurde im Potsdamer Stadtschloss das einzige Kind des Prinzen Joachim geboren. Dieser Sohn wurde auf den Namen Franz Josef getauft, als Reverenz an den kurz zuvor verstorbenen österreichischen Kaisers Franz Josef I.

Joachim, dessen Ehe nicht glücklich war, zog nach dem Kriege in die Schweiz. Deprimiert über den Sturz der Monarchie, hatte er sich bei Lugano der Spielleidenschaften hingegeben. Der im März 1920 fehl geschlagene Kapp-Putsch zerstörte alle Hoffnungen auf die baldige Wiederherstellung der Monarchie, an die er so sehr glaubte.

Von seinem Wesen her nicht ausgeglichen und äußerst sensibel, suchte er nun Halt bei seiner Gemahlin. Die ohnehin problematische Ehe hielt den Belastungen nicht stand. Nur wenige Monate nach der Revolution reichte die Prinzessin die Scheidung ein. Überfordert von seinen Problemen, reiste er in die Niederlande, um sich seiner Mutter anzuvertrauen. Als Joachim die Kaiserin in einer weitaus schlechteren gesundheitlichen Verfassung vorfand als vermutet, schwieg er. Kronprinz Wilhelm forderte seinen acht Jahre jüngeren Bruder auf, sich künftig in erster Linie der Verwaltung seines Besitzes in der Nähe von Potsdam, dem Gut Bornstedt, zu widmen. Doch der Prinz hatte jeglichen Lebensmut verloren.


Prinz Joachim von Preussen als Offizier des 2. Kurhessischen Husaren Regiments, 1916 (Archiv Burg Hohenzollern)
Nach einem Fest im Berliner Jagdschloss Glienicke, dem Besitz seines Vetters Prinz Friedrich Sigismund, kehrte Joachim in die Villa Liegnitz zurück. Wenig später versuchte er sich mit seinem Armeerevolver zu erschießen. Schwerverletzt wurde er von seinem Bruder August Wilhelm in das nahegelegene St.-Josef-Krankenhaus gebracht. Am 18. Juli 1920, einen Tag nach seinem Selbstmordversuch, erlag er den schweren Verletzungen. An der Trauerfeier, die in der Friedenskirche stattfand, nahmen Reichspräsident Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorff teil. Der Sarkophag fand zunächst in der Sakristei der Kirche Aufstellung, bevor er nach 1931 in den Antikentempel überführt wurde. Von nun an erlosch der Kontakt zwischen dem Haus Hohenzollern und der Witwe Prinz Joachims.

Nur einmal noch schien es, die alten Verbindungen seien wieder hergestellt worden. Denn im Jahre 1940 heiratete der Sohn des Prinzen Joachim die jüngste Tochter der Kaiserin Hermine. Zur Hochzeit in Doorn hatte Wilhelm II. auch die Witwe seines Sohnes geladen.

Jörg Kirschstein
 

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