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Kaiser Wilhelm II.

 
 
* 27.1.1859 Kronprinzenpalais zu Berlin
† 4.6.1941 Haus Doorn (niederländisches Exil)

Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Haus Doorn

Regierungszeit: 15.6.1888 – 9.11.1918

Vermählt (I) am 27.2.1881 mit Auguste Victoria zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, und (II) am 5.11.1922 mit Hermine Prinzessin Reuss Ä.L., verw. Prinzessin von Schönaich-Carolath

7 Kinder aus erster Ehe

Mit 101 Salutschüssen wurde am 27. Januar 1859 die Geburt des ersten Kindes von Prinz Friedrich Wilhelm von Preussen und seiner englischen Gemahlin, Prinzessin Victoria, angekündigt. Der Jubel in der Hauptstadt war groß, Menschenmengen versammelten sich vor dem Kronprinzenpalais Unter den Linden. König Friedrich Wilhelm IV. war bereits von schwerer Krankheit gezeichnet und hatte die Regentschaft an seinen Bruder Wilhelm übergeben. Die Thronfolge im Hause Hohenzollern war in einer weiteren Generation gesichert. Die Geburt des kleinen Prinzen war ausgesprochen schwierig und blieb nicht ohne Folgen: Der linke Arm des Kindes wurde so verletzt, dass er zeitlebens gelähmt und deutlich kürzer blieb.

Keinen gesunden Thronfolger geboren zu haben, empfand die Mutter als persönliches Versagen und war nur schwer bereit, die Behinderung ihres Sohnes zu akzeptieren. Wilhelm erlebte seine frühe Kindheit als Tortur. Nichts blieb unversucht, die Behinderung zu beheben - selbst die abenteuerlichsten Wundermittel fanden Anwendung. Legendär sind Kuren wie das Einnähen des kranken Armes in ein frisch geschlachtetes Kaninchen und Metallgerüste, die dem Kind umgeschnallt wurden, um die Haltung zu verbessern. In späteren Jahren berichtete Kaiser Wilhelm II. in seinen Memoiren über quälende Reitstunden, bei denen er immer wieder vom Pferd fiel, da er sich nicht im Gleichgewicht halten konnte. Wenigstens in diesem Punkt scheinen die unglaublichen Methoden zu Erfolg geführt zu haben – Wilhelm II. wurde ein sehr guter Reiter und hervorragender Schütze.

Ähnlich glücklos waren die Eltern in der Berufung von Dr. Georg Hinzpeters als Erzieher des Prinzen im Jahr 1866. Mit grösster Härte versuchte dieser, gegen die vermeintlichen intellektuellen Schwächen Wilhelms anzukämpfen. Das Kronprinzenpaar unterstützte diese Methoden, glaubten sie doch festzustellen, dass zur körperlichen Behinderung auch noch mangelnde Begabung, Faulheit und Desinteresse kam. Die Ansprüche der Eltern waren hoch. Aufgrund ihrer liberalen Ideen in der von Bismarck dominierten Politik ausgegrenzt, sahen sie ihre Rolle als Förderer von Kunst und Wissenschaft. Sie irrten in der Annahme, dass Hinzpeter ihre politischen Ansichten teilte und Wilhelm vermittelte. Für den jungen Prinzen wurde der konservative Grossvater, Wilhelm I., zum Vorbild und schnell verstand er es, Eltern und Grosseltern gegeneinander auszuspielen.
 
 
 
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