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Heinrich Prinz von Preussen

 
 
Prinz Heinrich von Preussen und seine Gemahlin Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein, um 1888 (Archiv Burg Hohenzollern)
* 14.8.1862 im Neuen Palais zu Potsdam
† 20.4.1929 im Herrenhaus Hemmelmark, Nähe Eckernförde

Vermählt am 24. Mai 1888 im Berliner Schloss Charlottenburg mit Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein

3 Söhne

Wie seine beiden älteren Geschwister Wilhelm und Charlotte, gelang es auch Heinrich nur schwer, den hohen Anforderungen seiner Eltern, ganz besonders aber seiner Mutter, gerecht zu werden. „Ich bin sicher, Du wirst dieses arme Kind mögen", schreibt Victoria an die Großmutter in Windsor, „er kann nichts dafür, dass er so hässlich ist, und er ist wirklich nicht dumm und kann sehr amüsant sein".

Schnell war klar, dass aus Heinrich kein Musterschüler werden würde. Seine Mutter klagte, „er ist schrecklich zurückgeblieben in allem ... ist hoffnungslos faul - langweilig und träge in seinen Schulstunden".

Schon früh wurde seine Begeisterung für die Marine gefördert. Im Park des Neuen Palais in Potsdam wurde ein Schiffsmast errichtet - mit Segeln, Strickleitern und Flaggen - auf denen Heinrich unter den Augen eines Matrosen exerzierte. Seine Marinekarriere war vorprogrammiert und er erfüllte diese Aufgabe mit großem Enthusiasmus. Im Alter von 16 Jahren trat Heinrich in die Marine ein. 1878 brach er an Bord der Korvette „Prinz Adalbert" zu einer zweijährigen Weltumseglung auf, die ihn bis nach Japan führte. Seine Erlebnisse wurden in dem seinerzeit populären Jugendbuch „Des Prinzen Heinrich von Preussen Weltumseglung" festgehalten.

Er kommandierte verschiedene Schiffe der Kaiserlichen Marine, wie u.a. S.M.S. Hohenzollern (II), S.M.S. Irene und S.M.S. Wörth und übernahm die Schirmherrschaft über den 1898 gegründeten Deutschen Flottenverein. Im Jahr 1906 wurde er von seinem Bruder Kaiser Wilhelm II. zum Großadmiral der deutschen Flotte ernannt. Diesen Posten hatte er bis 1909 inne.

Kurz vor dem Tod seines Vaters, am 24. Mai 1888, heiratete Heinrich seine Cousine Irene von Hessen und nahm Wohnsitz in Kiel. Unglücklicherweise war Irene, wie ihre Schwester, die russische Zarin Alexandra, Trägerin der Haemopholie (Bluterkrankheit) und gab diese an zwei ihrer drei Söhne weiter. Der jüngste Sohn, Heinrich, starb im Alter von nur vier Jahren.


Heinrich Prinz von Preussen um 1896 (Archiv Burg Hohenzollern)
Heinrich und Irene waren sehr beliebt, ganz besonders auch bei den Verwandten in Großbritannien. Queen Victoria verlieh ihm 1889 den Hosenbandorden, ihr Nachfolger Edward VII. machte Heinrich zum Vizeadmiral der britischen Flotte. Lebenslang im Schatten seines Bruders Wilhelm II., waren seine wenigen Versuche, sich in Politik einzumischen, nicht erfolgreich. Kurz vor Ausbruch des I. Weltkrieges traf sich Heinrich mit seinem Cousin George V. Er berichtete seinem Bruder Kaiser Wilhelm II., dass ihm versichert wurde, Großbritannien würde Frankreich und Russland im Kriegsfall nicht zur Seite stehen. Heinrich wurde später beschuldigt, die Worte Georgs V. absichtlich falsch wiedergegeben zu haben. Jedenfalls gab er zu, einen großen Fehler gemacht zu haben.

Im Jahr 1899 war ihm als großen Förderer der Technik die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Berlin verliehen worden. Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie verlebte Prinz Heinrich mit seiner Familie zurückgezogen auf Gut Hemmelmark, das er im Jahr 1902 von Ernst v. Ihne bei Eckernförde erbauen ließ. Seine besondere Leidenschaft galt Automobilen, für die sogar einen patentierten Scheibenwischer erfand. Ein von ihm gestifteter Wanderpreis sollte die wirtschaftliche Entwicklung eines Tourenwagens zwischen 1908 und 1910 fördern.

Er starb im Jahr 1929 an Kehlkopfkrebs, der Krankheit, die schon seinem Vater zum Verhängnis geworden war.

Michaela Blankart
 

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